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Consumerization führt zu xRM

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Kommentar zum Handelsblatt: “Warum die IT-Branche umdenken muss” | Von Dr. Bernhard Kölmel

Consumerization

Das Handelsblatt (15.01.2011) propagiert in einer Expertenumfrage im Vorfeld der Handelsblatt-Tagung “Strategisches IT-Management”: “Unternehmen bereiten sich auf radikale Änderungen in der Informationstechnologie vor. Dass die Trennung zwischen privater und geschäftlicher IT schwindet, ist nur ein Aspekt. Der gewohnte Umgang mit dem PC ist Geschichte.”

Damit spricht das Handelsblatt den Trend zur sogenannten “Consumerization” an. Consumerization in der Informationstechnologie bedeutet, dass die Grenzen zwischen Consumer-Produkten und Business-Produkten verschwimmen. Oftmals haben Privatnutzer (Consumer) eine bessere IT-Ausstattung (Hardware: z.B. iPhone, Tablet) als sie im Unternehmen vorhanden ist. Außerdem sind sie es gewohnt, mit innovativen Diensten in der Cloud zu arbeiten (z.B. Dropbox).

Consumerization beschreibt den Trend, in dem Innovationen zunächst in den Consumer-Markt und dann ins Geschäftsleben diffundieren. Geschäfts-Software muss sich demnach immer stärker an den hohen Standard von Applikationen aus dem Privatleben anpassen. Anderenfalls wird sie von den Usern immer weniger akzeptiert. Der Begriff “Consumerization” wurde zuerst von Douglas Neal und John Taylor von CSC Leading Edge Forums im Jahr 2001 geprägt und ist einer der wichtigsten Treiber des “Web 2.0″ und der “Enterprise 2.0″-Bewegungen.

Der Trend zur “Enterprise 2.0″ bedingt allerdings auch, dass Mitarbeiter in der Lage sein müssen, bei ihrer Unternehmens-Software auf ähnliche soziale Funktionen zuzugreifen, wie sie es aus dem privaten Umfeld gewohnt sind (z.B. bei Facebook). Die Integration von Diskussionsforen, Abstimmungs- und Sharing-Tools, die Möglichkeiten, alle Kontakte einfach zu vernetzen oder gemeinsam Daten zu bearbeiten, werden somit zunehmend wichtig und für die Mitarbeiterakzeptanz von Business-Software entscheidend. “Kooperation” – wie schon beim “Web 2.0″ ist diese Vokabel auch das Zauberwort für die “Enterprise 2.0″.

Synergetische Kooperation, in der Neues durch die Kooperation geschaffen wird, welches durch die Einzelteile nicht möglich ist, ist in der vernetzten Welt eine wesentliche Option der Wertschöpfung. Zusammenarbeit wird dabei wertvoller, je mehr verschiedene Stakeholder einer Unternehmung sich mit Datenmaterial, Vorschlägen und Kommentaren im Firmengeschehen einbringen können. Genau hier kommt nun xRM ins Spiel.

xRM macht das Management aller Kollaborationsaktivitäten mit den jeweils relevanten Stakeholdern möglich. Außerdem unterstützt es die Zusammenarbeit durch geeignete Werkzeuge. In einer Definition zusammengefasst:

“xRM ist das Konzept, eine flexible, skalierbare, zuverlässige und performante Plattform in der Cloud zu nutzen, um alle Geschäftsanforderungen mit einem sehr hohen Grad von Standardisierung in Funktionalitäten abzubilden.”

Somit wird die Zielsetzung von xRM deutlich: Alle Stakeholder eines Unternehmens vernetzen, ihre Zusammenarbeit fördern und sie durch eine intuitive Bedienung begeistern. Und das ist genau das, was wir vom “Web 2.0″ im privaten Bereich kennen – und schätzen gelernt haben!

Prof. Bernhard Kölmel

Autor: Prof. Bernhard Kölmel

Bernhard Kölmel ist Professor für Global Process Management an der Hochschule Pforzheim. Davor war er Leiter des Innovationsmanagement und der Forschung bei der CAS Software AG und deren Tochterunternehmen YellowMap AG.

3 Kommentare

  1. Sehr interessant Aussagen.
    Spiegelt Wahrscheinlich die Realitaet wieder.

  2. Consumerisation ist einer der wesentlichen Trends der IT-Branche! Allerdings bedeutet es für Arbeitnehmer ein “Mehr” an Flexibilität!

  3. Die einfachste Definition von Consumerisation ist, dass dieser Ansatz das Aufgreifen von IT-Trends aus dem Privatbereich für Mehrwerte im Unternehmen darstellt. iPhone, iPad sind prominente Beispiele für Consumerisation. Deren intensive Nutzung im Privatbereich hat nun auch zu einer neuen massiven Nutzung mobiler Dienste mit leicht zu bedienenden Smartphones im Unternehmen geführt.
    Dieser Trend ist allerdings auch bei reinen Diensten zu beobachten. Die Akzeptanz von SaaS-Anwendungen wird letztlich auch die breite Nutzung von cloudbasierten B2C-Lösungen getrieben.
    Der Begriff xRM in diesem Zusammenhang öffnet eine neue Dimension der vollständigen Vernetzung. Private Netzwerke und berufliche Verquickungen werden zu jede Zeit an jedem Ort gelebt.

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