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Karlsruher Institut für Technologie ‘lebt’ xRM

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Warum ein starkes Netzwerk nicht ohne Beziehungsmanagement auskommt | Von Vivien Nikolic

KIT Netzwerk

Langfristige, fruchtbare Beziehungen zwischen Förderern, Unternehmen, Studierenden und Alumnis entwickeln, entstehende Synergien nutzen, damit zukunftsfähig werden – so in etwa liest sich wohl die Aufgabenstellung für die Stabstelle Relationship Management (RSM) des Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Was US-amerikanische Unis schon für sich entdeckt haben, findet auch in Deutschland zusehends Beachtung. Im Wettkampf um die klügsten Köpfe und für eine erfolgreiche Profilierung als wissenschaftliche Exzellenzinstitution im internationalen Umfeld, wird ein professionelles und innovatives Relationship Management immer wichtiger.

20.600 Studierende, 17.500 Alumni, 8.700 Mitarbeitende, 500 Unternehmenskontakte, 32 Ehrensenatoren und 16 Stiftungen zählen heute zum großen Bekanntenkreis des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT). Beeindruckende Zahlen. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei dem KIT an sich keineswegs um eine traditionsreiche Insitution handelt. Denn erst 2009 entstand aus dem Zusammenschluss der Universität Karlsruhe und dem Forschungszentrum Karlsruhe offiziell das KIT in seiner heutigen Form. Aber die vielfältigen Stakeholder wollen auch sinnvoll genutzt werden. Ob Professor, Student, Unternehmer, Stifter – alle eint, dass sie sich dem KIT verbunden fühlen. Und: Einige von ihnen drücken diese Verbundenheit mitunter finanziell aus.

Im KIT hat man deshalb eine Abteilung aufgebaut, deren Aufgabe darin besteht eben jene Gruppen im Interesse des Instituts zu einem starken Netzwerk zu verbinden.  Eine möglichst sinnvolle Nutzung von Synergien zwischen den einzelnen Interessensgruppen ist dabei vorrangiges Ziel. An US-amerikanischen Unis macht man genau das in sogenannten Development Departments. In Karlsruhe nennt sich das von diesem Vorbild abgeleitete Modell “Stabstelle Relationship Management (RSM)”. Und die ist heute mit 11 Mitarbeitern Anlaufpunkt für alle Mitglieder eines großen und nicht selten spendablen Uni-Netzwerkes.

Die Abteilung Relationship Management kann eine echte Erfolgsgeschichte für sich verzeichnen. Eine Erfolgsgeschichte, die sich auch und vor allem an steigenden Spenden- und Sponsoringeinnahmen ablesen lässt. Eine neue Basis finanzieller Eigenständigkeit strebe man damit an, so Prof. Dr. Eberhard Umbach, Präsident des KIT:

“Für Hochschulen in Deutschland ist Fundraising ein sehr neues Konzept, aber aufgrund der Entwicklung der staatlichen Förderung, benötigt KIT als völlig neuartige Forschungs- und Bildungseinrichtung im Herzen Europas – sowohl Exzellenzuniversität als auch nationales Forschungszentrum – eine neue Basis finanzieller Eigenständigkeit. Das kann nur durch nichtstaatliche Unterstützung geschehen. Fundraising muss maßgeblich zu dieser neuen Basis beitragen.” (http://www.rsm.kit.edu/index.php)

Das RSM bündelt zur Erreichung dieses Ziels alle Bereiche, die Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des KIT haben. Durch die Vielzahl der angesprochenen Stakeholder kann somit im wahrsten Sinne des Wortes von Anything Relationship Management gesprochen werden:

Fundraising und Sponsoring

Exzellente Forschung kostet Geld. Weil sich deutsche Institutionen und Einrichtungen dabei nicht mehr allein auf den Staat stützen können, ist der Bereich Fundraising und Sponsoring zur zentralen Aufgabe geworden. Am KIT liegt die Verantwortung dafür beim Relationship Management. Seit seiner Gründung 2005 gelang es der Stabstelle den Betrag an Spenden und Sponsoringeinnahmen kontinuierlich zu steigern. 2009 flossen auf diesem Weg rund 5 Mio Euro in Wissenschaft und Forschung am KIT.

Alumni

In über 100 Ländern hält das KIT Kontakt zu seinen Ehemaligen. Lebendig gehalten wird dieses Netzwerk mittels der vielen bekannten Web 2.0 Einrichtungen, wie Xing, Facebook oder Twitter, einem monatlichen E-Mail Newsletter, der regelmäßigen Zusendung der Unizeitschrift sowie zahlreichen realen Treffen im In- uns Ausland. Interessierte können sich dafür zunächst online bei einem Alumni-Portal registrieren, das Foren und News bereitstellt und über das auch bekannte Gesichter wiedergefunden werden können. Ein Service, der den Absolventen kostenlos zur Verfügung gestellt wird.

CareerService

All diejenigen, die noch am Campus lernen, können von den Angeboten des CareerService profitieren. Dieser Service, den auch viele andere deutsche Universitäten mittlerweile anbieten, liegt in Karlsruhe ebenfalls in den Händen des RSM- Teams. Praktikum, Berufseinstieg und Karriere sind die zentralen Themen des CareerService. Und mit über 20.000 Studierenden, ist davon auszugehen, dass jobbezogene Veranstaltungen und Beratungsleistungen stets eine interessierte und dankbare Abnehmerschaft finden.

Stiftungen und Preise

Mit dem hauseigenen KIT-Alumni Stipendienfonds unterstützt das KIT seit 2010 herausragende Studierende der Uni mit finanziellen Mitteln. In Zukunft soll eine Stiftung eingerichtet werden, die dazu beiträgt die uni-internen Förderungsmöglichkeiten weiter auszubauen.

Warum RSM?

Die Bündelung dieser verschiedenen Bereiche in der Abteilung Relationship Management, findet sich in der deutschen Hochschullandschaft  bis dato nur in Karlsruhe. Den Nutzen dieser Interessensverknüpfung fasst Prof. Dr. Horst Hippler, Präsident des KIT, folgendermaßen zusammen:

“Das Relationship Management ist eine der zentralen Aufgaben des KIT. Es bringt alle Stakeholder von KIT zusammen und hilft so, gute Ideen und Engagement zu einem optimalen Ergebnis zu führen. Die Bündelung der Kompetenzen von Alumni, CareerService, Fundraising, Sponsoring und Stiftungen in einer Abteilung ist einzigartig in Deutschland und bietet hervorragende Möglichkeiten, KIT mitzugestalten.” (http://www.rsm.kit.edu/index.php)

Vivien Nikolic

Autor: Vivien Nikolic

Vivien Nikolic studiert Kultur & Wirtschaft an der Universität Mannheim. Neben dem Studium arbeitet die angehende Wirtschaftsjournalistin als freie Redakteurin und engagiert sich in der Studenteninitiative "Market Team" als Projektmanagements-Vorstand. Ihr Interesse gilt managementbezogenen Fragestellungen jeglicher Art.

Ein Kommentar

  1. Das KIT geht den richtigen Weg!

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