xRMblog

Anything about Any(thing) Relationship Management

Traditionelle Messen vs. virtuelle Events

| 3 Kommentare

Kontaktanbahnung und -pflege ist auf unterschiedliche Weise möglich | Von Johannes Britsch

CeBIT

Die CeBIT 2011 war ein voller Erfolg. Mehr als 500 CIOs internationaler Konzerne (Einkaufsvolumen >50 Milliarden Euro!) haben die deutsche IT-Leitmesse in diesem Jahr besucht. Kurz vorher fand – natürlich in viel kleinerem Rahmen – das virtuelle Event “Virtual Enterprise 2.0″ statt. Hier ein kurzer Vergleich der beiden Messeformen (basierend auf meinen Erfahrungen):

Traditionelle Messe

+ Direkter, persönlicher Kontakt mit (potentiellen) Geschäftspartnern

+ Freizeit- und Eventcharakter steigern Motivation der Beteiligten

+ Touch & Feel der Produkte ist hautnah präsentier- und erlebbar

+ Hohe Aufmerksamkeit der (traditionellen) Medien gut für Imagepflege

+ Durch zumeist breites Publikum Erschließung neuer Märkte möglich

– Kosten (!) für Besucher (Ticket etc.) und Aussteller (Stand, Personal etc.)

– Zeitaufwand (An- und Abreise, Fußwege auf Messegelände etc.)

– Zeitliche Abhängigkeit (z.B. Vorträge nur an bestimmten Terminen)

– Generell Stress aufgrund von Menschenmassen und Zeitdruck

Fazit: Klare Vorteile beim Verkauf. Face-to-Face-Kontakt begünstigt Verhandlung & Geschäftsabschluss.

Virtuelles Event

+ Kostengünstig für Aussteller bzw. oft sogar zero-cost für Besucher

+ Präsentationen zeitlich unbeschränkt (über Videos jederzeit abrufbar)

+ e-Learning Charakter wirkt sich positiv auf Aufmerksamkeit aus

+ Erleichterte Interaktion zwischen Besuchern (Community-Funktionen)

+ Genaue Auswertungsmöglichkeiten des Besucherverhaltens

– Relativ neue Technik ist “Eintrittsbarriere” für “Normalbesucher”

– Ohne “Informationsplus” gegenüber Firmen-Homepages unattraktiv

– Nachahmung echter Messen (3D-Welten etc.) zum Teil kontraproduktiv

– Medienbeachtung meist nur im Online-Bereich (Social Networks, SEO)

– Verhandlungen & Geschäftsabschluss nur sehr schwer möglich

Fazit: Vorteile, sich einfach über ein Thema zu informieren und Kontakt zu Spezialisten aufzunehmen.

Kombination erscheint sinnvoll

Die Aufzählung zeigt, dass sich die beiden Veranstaltungsformen in gewisser Weise komplementär zueinander verhalten. Während reale Messen ihre Stärke klar in der Geschäftsabschlussphase haben, können virtuelle Events Awareness für ein Thema schaffen. Sie eignen sich meiner Ansicht nach eher dafür, erste Kontakte zu knüpfen, und Folgegespräche zu vereinbaren (Geschäftsanbahnungsphase).

Der Königsweg erscheint mir folglich eine Kombination aus virtuellem Event in einem ersten und einer echten Messe in einem zweiten Schritt. So vollzogen übrigens auch von der “Enterprise 2.0” Messe.

Weiterführende Links

  • Inxpo (auf dieser Plattform lief das “Virtual Enterprise 2.0″ Event)
  • BDVT-onFair (Virtuelle Messe “zum Ausprobieren”)
  • Ubivent (Spezialist für virtuelle Events)

Autor: Johannes Britsch

Johannes Britsch ist Doktorand an der Uni Mannheim. Seine Interessen umfassen xRM, Managementkonzepte, KMU sowie Entrepreneurship. Er ist "Erbauer" dieses Blogs und schreibt manchmal in der dritten Person von sich.

3 Kommentare

  1. Pingback: App-Flash » Traditionelle Messen vs. virtuelle Events | xRMblog.de

  2. Ein klasse Artikel, der die Vor- und Nachteile von virtuellen und physischen Events gegenüberstellt! Etwas vergleichbares habe ich im deutsch-sprachigen Web noch nicht gesehen!

    Zu ein paar Punkten möchte ich gerne, basierend auf unseren Erfahrungen als Virtual-Event-Provider, mein Feedback geben:

    1) Relativ neue Technik ist “Eintrittsbarriere” für “Normalbesucher”

    Hier achten die meisten Anbieter von virtuellen Event-Plattformen darauf, dass die Eintrittsbarriere so niedrig wie möglich ausfällt. Es wird i.d.R. keine zusätzliche Softwareinstallation verlangt, indem auf bereits installierte Standardkomponenten wie Flash oder Java (wie bei ubivent) zurückgegriffen wird. So ist die Teilnahme meist mit nur einem Klick und anschließender Eingabe von Zugang und Passwort möglich. Auch die Plattformen selbst sind so designed, dass sich unerfahrene und nicht ganz so IT-affine Besucher trotzdem schnell zurechtfinden. Screenshots eines Beispiels können in dieser Fallstudie gefunden werden: http://web.ubivent.com/references-basf.html

    2) Ohne “Informationsplus” gegenüber Firmen-Homepages unattraktiv

    Das stimmt zu 100%! Genau aus diesem Grund muss ein virtuelles Event auch mehr bieten als die Homepage. Und dieses “Mehr” ist hier meist, wie auch bei einem physischen Messeauftritt, die Interaktion: so können bei virtuellen Events nicht nur Produktinformationen angesehen werden, sondern direkt Kontakt mit den Firmenrepräsentanten aufgenommen werden. Sowohl im persönlichen Chat als auch in Gruppenchats oder Workshops.

    3) Nachahmung echter Messen (3D-Welten etc.) zum Teil kontraproduktiv

    Vor allem die Navigation per Avatar (wie in 2nd Life) hat sich (bisher) im B2B-Umfeld nicht bewährt. Daher wird dies auch nur noch von wenigen Anbietern im B2B-Bereich genutzt. Die Herausforderung liegt wirklich darin, dem Nutzer das Gefühl zu geben, auf einer echten Messe zu sein und trotzdem eine einfache Online-Kommunikation und -Navigation zu ermöglichen.

    4) Verhandlungen & Geschäftsabschluss nur sehr schwer möglich

    Stimmt. Aber auch auf physischen Messen wird i.d.R. nicht verhandelt. Auf der CeBIT sind die meisten Deals, die bekannt gegeben werden, schon im Vorfeld verhandelt worden und werden so nur öffentlichkeits-wirksam präsentiert.

    Wer sich ein Bild von unserer Plattform für virtuelle Events machen möchte, der kann gerne einen Blick auf unsere Homepage werfen ( http://www.ubivent.com/ ) und sich ein paar unserer Kundenreferenzen ansehen: http://web.ubivent.com/references-customers.html

    Zudem möchte ich gerne diese XING-Gruppe empfehlen, in der Vor- und Nachteile virtueller Events diskutiert werden und Neuigkeiten zum virtuellen Event-Markt bekannt gegeben werden: https://www.xing.com/net/virtualevents/

    Viele Grüße aus Mannheim,
    Michael Geisser

  3. Sehr gute Zusammenfassung, vielen Dank! In den USA ist man bei diesem Thema viel weiter, gänzlich virtuelle oder auch hybride Messen spielen dort eine große Rolle. Infos dazu finden sich in dieser LinkedIn Gruppe: http://www.linkedin.com/groups?mostPopular=&gid=1812320&trk=myg_ugrp_ovr

    Ich behandle das Thema auch in meinem Eventmarketing-Blog, u.a. hier http://bit.ly/fHQ3wi.

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.