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Google Plus – xRM für’s Privatleben?

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Das soziale Netzwerk von Google – eine gelungene Antwort auf Facebook? | Von Vivien Nikolic

Google

“Wenn Sie sich mal langweilen, laden Sie einfach Ihre Kreise zu einem Hangout ein und lassen Sie sich überraschen, wer alles vorbeikommt!” Noch klingt ein solche Aufforderung befremdlich. Geht es nach Google, ist aber genau das bald Realität all derjenigen Webnutzer, die Facebook den Rücken kehren und ihre Zelte stattdessen beim Konkurrenten Google Plus (schreibt sich Google+) aufschlagen. Google Plus nämlich ist die stylische Antwort auf den Riesen der sozialen Netzwerke: Facebook mit seinen 700 Millionen Nutzern. Bei Google Plus geht es noch mehr um die Trennung von Beruflichem und Privatem, um die unterschiedlichen Netzwerke und Freundeskreise, die es heute zu managen gilt. Das ist xRM fürs Privatleben.

Liest man die ersten Meinungen zum neuen sozialen Netzwerk Google Plus dann lässt sich neben überschwänglicher Begeisterung oft auch eine meinungstechnische Quintessenz herausfiltern, die ungefähr so klingt: “Das kann Facebook aber auch!” Tatsächlich, Google erfindet das System des sozialen Netzwerks nicht neu. Warum Google Plus trotzdem eine Daseinsberechtigung hat, wird auf dem offiziellen Google-Blog so begründet:

Today, the connections between people increasingly happen online. Yet the subtlety and substance of real-world interactions are lost in the rigidness of our online tools. In this basic, human way, online sharing is awkward. Even broken. And we aim to fix it. We’d like to bring the nuance and richness of real-life sharing to software. We want to make Google better by including you, your relationships, and your interests. (http://googleblog.blogspot.com/)

Momentan befindet sich Google Plus noch in der Feldversuchsphase, nur eine Handvoll ausgewählter Google-Nutzer haben Gelegenheit das neue Kind in der Familie der sozialen Netzwerke kennenzulernen. Aber man hat offenbar viel Zeit und Liebe in Google Plus gesteckt und so gibt es für alle anderen eine Online-Präsentation, die die ersten grundlegenden Funktionen darstellt. Dazu gehören:

Circles (dt.: Kreise)

Mit den sogenannten Circles haben Nutzer die Möglichkeit ihre Kontakte unterschiedlichen Gruppen zuzuordnen. Ob Kegelbrüder, Kollegen oder Familie, Inhalte können dann exklusiv nur mit der Gruppe geteilt werden, für die die Informationen relevant sind. So lassen sich Berufs- und Privatleben optimal trennen. Während Statusmeldungen auf Facebook mitunter 200 bunt zusammengewürfelte Kontakte erreichen, ergibt sich bei Google Plus eine ganz natürliche Trennung von Verbindungen, wie im wahren Leben. Das Konzept ist natürlich nicht ganz neu. Es orientiert sich an den Freundeslisten, die schon von Facebook bekannt sind. Und auch auf Facebook besteht die Möglichkeit Gruppen unterschiedlicher Art zusammenzustellen. Auch wenn das lange nicht so schön und einfach ist wie bei Google Plus.

Hangouts (dt.: Bude, Lieblingstreff)

Aber natürlich kann man mit den einzelnen Gruppen auch kommunizieren, denn darum geht es ja schließlich. Dafür hat Google die sogenannten Hangouts eingerichtet. Das sind browserbasierte Video-Chats, an denen bis zu zehn Nutzer gleichzeitig teilnehmen können. Dort kann man sich dann nicht nur unterhalten, sondern zum Beispiel auch zusammen Youtube-Videos ansehen. Der Gedanke dahinter:

With Google+ we wanted to make on-screen gatherings fun, fluid and serendipitous, so we created Hangouts. By combining the casual meetup with live multi-person video, Hangouts lets you stop by when you’re free, and spend time with your Circles. Face-to-face-to-face. (http://googleblog.blogspot.com/)

Kritiker werden auch da sofort anmerken, dass Skype bereits einen ähnlichen Service anbietet. Der Unterschied: Bei Google Plus ist das Ganze eingebunden in ein soziales Netzwerk. Das macht den Video-Chat einfacher. Die Kommunikation innerhalb des sozialen Netzwerks wird realer, lebendiger und persönlicher als beim Konkurrenten Facebook.

Huddle (dt.: wirrer Haufen, Wirrwarr)

Wem das nicht reicht, der hat außerdem die Möglichkeit mit Hilfe des Huddle zu kommunizieren. Dieser Dienst ermöglicht es dem Nutzer an einem videolosen (Gruppen-)Chat teilzunehmen. Kommuniziert wird per E-Mail, Kurznachricht oder im Chat mit den Kontaktgruppen (Circles). Laut Google erleichtert Huddle so vor allem die Gruppenkommunikation, indem z.B. alle Mitglieder einer Gruppe an einer gemeinsamen Entscheidung teilhaben, auch von unterwegs.

Sparks (dt.: Funken)

Google Plus wäre kein Produkt aus dem Hause Google, gäbe es nicht so etwas wie Sparks. Sparks ist eine “online sharing engine” oder zu deutsch: Die Möglichkeit interessenbezogenen Content automatisch von Google zu beziehen und mit Kontaktgruppen zu teilen.

Thanks to Google’s web expertise, Sparks delivers a feed of highly contagious content from across the Internet. On any topic you want, in over 40 languages. Simply add your interests, and you’ll always have something to watch, read and share—with just the right circle of friends. (http://googleblog.blogspot.com/)

Sofort-Upload

Ein letztes nettes Feature ist der Sofort-Upload. Mit ihm lassen sich Fotos, die mit dem Handy aufgenommen wurden schnell und einfach direkt auf Google Plus hochladen.

Google Plus – xRM für’s Privatleben

xRM ist das Management sämtlicher Beziehungen eines Unternehmens. Das umfasst nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter, Lieferanten, Investoren und viele weitere. Google Plus erlaubt genau das. Das Management ganz verschiedener Beziehungen auf einer einheitlichen Plattform und mit den gleichen Tools. Nur eben für den Einzelnen und (noch) nicht für Unternehmen. Dabei können Kontakte wie im realen Leben auch bei Google mehreren Gruppen zugehörig sein. Zum Beispiel wenn der Tanzpartner gleichzeitig ein Kollege ist. Diese Idee ist nicht neu, aber Google setzt sie elegant um, vielleicht sogar eleganter als der große Konkurrent Facebook. Ob das ausreicht um Facebook Online-Anteile abzugreifen, entscheidet schlussendlich der netzwerkaffine Internetnutzer.

Quellen:

Vivien Nikolic

Autor: Vivien Nikolic

Vivien Nikolic studiert Kultur & Wirtschaft an der Universität Mannheim. Neben dem Studium arbeitet die angehende Wirtschaftsjournalistin als freie Redakteurin und engagiert sich in der Studenteninitiative "Market Team" als Projektmanagements-Vorstand. Ihr Interesse gilt managementbezogenen Fragestellungen jeglicher Art.

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