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Vernetztes Warenangebot bei Webshops?

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Die xRM-Thematik schwappt aktuell auch auf die Welt des e-Commerce über | Von Sebastian Weiß

e-commerce

Reibungsloses Online-Shopping benötigt eine funktionierende technische Infrastruktur auf Seiten des Kunden und des Anbieters. Zur Zeit wird auf Exciting Commerce, einem führenden e-Commerce-Blog, heiß diskutiert, wie die Angebote mehrerer Händler auf einer Onlineplattform gebündelt werden können. Hierfür müssen neue Ansätze geschaffen werden, welche die Beziehungen zwischen den einzelnen Händlern mit Hilfe von Software-Lösungen verwalten. Dem Gedanken von xRM folgend, ist das Ziel eines solchen Konzeptes die Vernetzung des gesamten Warenangebotes bzw. die Integration des Angebotes von Drittanbietern in das Sortiment von anderen Online-Händlern.

Wie die Situation aktuell aussieht

Der Datenaustausch zwischen Systemplattformen geschieht mit Hilfe von zwischengeschalteten Systemen (z.B. Marktplätze, Logistikdienstleister etc.) und nicht direkt zwischen den einzelnen Shops. E-Commerce-Systeme sind isoliert, da sie kaum kompatible Schnittstellen z.B. für Produktdaten und Bestellinformationen besitzen. Mit der wachsenden Anzahl an Herstellern, die ihre Produkte online verkaufen, steigt der Bedarf für den Online-Handel externe Sortimente einzubinden. Für diese Vernetzung gibt es im Moment lediglich indirekte Ansätze und noch keine systemseitige Unterstützung.

Probleme?

Mögliche Bedenken bestehen im Interesse eines Händlers, fremder Leute Produkte zu verkaufen. Jedoch ist diese Variante über Provisionsmechanismen rentabel. Erkennbar ist das am Beispiel von Amazon – dort wird über 30% des Umsatzes über Drittanbieter erwirtschaftet.

Integrationstiefe

Eine wichtige Frage besteht in der Tiefe der Integration von Shoppingsystemen. Dabei sind verschiedene Ausprägungen vorstellbar. Lösungen gibt es bereits im Bereich der Streckengeschäfte, bei dem der Internetshopbetreiber kein Lager besitzt. Dieser vermittelt den Auftrag an den Großhändler, der die Ware direkt an den Kunden schickt. Der Kunde zahlt beim Internetshop und dieser rechnet mit dem Zulieferer ab.

Für den diesjährigen Herbst kündigte die Firma Shopware ein erstes Shopsystem an, das eine direkte Vernetzungsmöglichkeit bietet. Das Motto dabei lautet: “Jeder Shop ist ein Marktplatz”. Die Gründerin des Online-Marktplatzes Shoperella.de stellte dazu fest, dass Marktplätze nur Sinn ergeben, wenn man entweder Waren anbietet, die es sonst nirgends zu kaufen gibt, oder wenn man die Logistik der Händler – wie Amazon – bündeln kann.

Als alternatives Konzept zum Point-to-Point Datenaustausch der Shops gibt es außerdem bereits die Anbindung an einen zentralen Hub (wie z.B. the berlin bakery).

Neue Herausforderungen und Kundennutzen

Durch das vernetzte Angebot mehrerer Anbieter können sich die Plattformen hauptsächlich über das Design und die Zielgruppenansprache unterscheiden. Am sinnvollsten erscheint mir diese Vernetzung für Konzerne mit unterschiedlichen Produktkategorien. Oder für kleine Geschäfte, die mit mehreren Webshops in unterschiedliche Richtungen expandieren wollen.

Und der Kunde? Der profitiert von einer großen Angebotsvielfalt, einmaligen Versandkosten – trotz mehrerer Händler – und einem übergeordneten Bezahlsystem. Es wird also überaus spannend, was die Zukunft bringt!

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Sebastian Weiß

Autor: Sebastian Weiß

Sebastian Weiß studiert an der Uni Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit den Themen Wissensmanagement und der Analyse von Netzwerken im Relationship Management. Seit einem Aufenthalt in China betrachtet er soziale Beziehungen aus einer völlig neuen Perspektive.

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