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xRM als Tool für Virtuelle Organisationen

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Wie Virtuelle Organisationen (VO) mit xRM unterstützt werden können | Von Dr. Bernhard Kölmel

Virtuell

Die zunehmende Globalisierung ist gleichbedeutend mit der Notwendigkeit für Unternehmen weltweite Märkte zu bedienen und zumindest virtuelle Standorte aufzubauen. Im Zuge des verschärften internationalen Wettbewerbs setzen sich umfassende Reorganisations- und Rationalisierungsprozesse durch. Durch große Wirkungsbreite, hohes Veränderungstempo und auch innere Widersprüchlichkeit bringen sie neue arbeitspolitische Risiken hervor. Unbeabsichtigte Wirkungen auf Beschäftigung und Arbeitsbedingungen zeigen sich oft erst längerfristig. Durch die Verteilung von wertschöpfenden Funktionen, z.B. F&E, Produktion und Marketing, in verschiedene Länder ist es notwendig ein stringentes Management der weltweit angesiedelten Funktionen und deren Verknüpfung zu gewährleisten. Die klassisch von einem Unternehmen ausgeführten Entwicklungs-, Produktions- und Vertriebsprozesse werden mehr und mehr durch wirtschaftlich unabhängige, global angesiedelte Firmen erbracht, die  produktorientiert in stabilen Vernetzungen (Unternehmensnetzwerke, virtuelle Unternehmen) koordiniert werden.

Ein Virtuelles Unternehmen ist eine Kooperationsform wirtschaftlich unabhängiger Unternehmen, Institutionen und/oder Einzelpersonen, die eine Leistung auf der Basis eines gemeinsamen Geschäftsverständnisses erbringen. Die kooperierenden Einheiten beteiligen sich an der Zusammenarbeit vorrangig mit ihren Kernkompetenzen und wirken bei der Leistungserstellung gegenüber Dritten wie ein einheitliches Unternehmen. Dabei wird auf die Insitutionalisierung zentraler Managementfunktionen zur Gestaltung, Lenkung und Entwicklung des Virtuellen Unternehmens weitgehend verzichtet, was durch den Einsatz geeigneter Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht wird.

Die Arbeitsabläufe in virtuellen Strukturen beruhen auf der Verknüpfung der dynamischen Rekonfiguration von Wertschöpfungsketten mit einer Fokussierung auf die Kernkompetenzen der einzelnen virtuellen Mitarbeiter und virtuellen Teams. Weiterhin erfordert die Auflösung räumlicher Grenzen eine Dezentralisierung der Entscheidungskompetenzen, um so trotz Virtualität eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit zu erreichen. Traditionelle Organisationskonzepte lassen Antworten auf diesbezügliche organisatorische Gestaltungsstrategien vermissen. Es wird auch ersichtlich, dass das eigentliche Fundament der virtuellen Unternehmen die Selbstorganisation ist. Für die Unternehmen ist es somit eine zentrale Fragestellung, welche Erfolgsfaktoren zur Erreichung der beiden o.g. Ziele unter Einsatz von IuK-Technologien und geeigneten organisatorischen Gestaltungsoptionen beitragen.

Mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologie können sowohl innerbetriebliche Arbeitsgruppen in modular gestalteten Organisationsstrukturen als auch Organisationen im Rahmen unternehmensübergreifender Netzwerke miteinander verbunden werden. Mehrere Unternehmen treten als ein Ansprechpartner – eine Virtuelle Organisation – auf. Damit entstehen auf verschiedenen Ebenen (innerhalb einer Organisation, regional, überregional bis zur internationalen Ebene) temporäre Organisationszusammenschlüsse. Zur Erstellung von Produkten und Dienstleistungen in Organisationen sind grundsätzlich mindestens zwei Dimensionen zu berücksichtigen: (1) die technische Infrastruktur für deren Umsetzung die technisch organisatorischen Prozesse unterstützt werden müssen und (2) die Kultur, Annahmen, Strategien und Visionen für deren Gestaltung die humanen Prozesse wie Kommunikation, Koordination und Kooperation, ermöglicht werden müssen.

Genau hier setzt xRM an, in Netzwerken kundenbedarfsorientiert zusammenarbeitender Unternehmen, in der Neues durch die Kooperation geschaffen wird, welches durch die Einzelteile nicht möglich ist, ist in einer globalisierten Welt eine wesentliche Option der Wertschöpfung. Zusammenarbeit wird dabei wertvoller, je mehr verschiedene Stakeholder einer Wertschöpfungskette sich mit Leistungserbringung und zusätzlichen Dienstleistungen in die “Value Chain” einbringen.

Dazu wird globales Prozessmanagement als Koordinationsfunktion benötigt. Als technologische Basis eignet sich xRM. xRM macht das Management aller Kollaborationsaktivitäten mit den jeweils relevanten Stakeholdern innerhalb der Wertschöpfungskette möglich. Außerdem unterstützt es die Zusammenarbeit durch geeignete Werkzeuge. Dabei ist xRM das Konzept, eine flexible, skalierbare, zuverlässige und performante Plattform in der Cloud zu nutzen, um alle Geschäftsanforderungen mit einem sehr hohen Grad von Standardisierung in Funktionalitäten abzubilden. Somit wird die Zielsetzung von xRM für Virtuelle Organisationen deutlich: alle Stakeholder eine Wertschöpfungskette zur Zusammenarbeit vernetzen, ihre Zusammenarbeit fördern und das Management der weltweit angesiedelten Funktionen und deren Verknüpfung ermöglichen.

Prof. Bernhard Kölmel

Autor: Prof. Bernhard Kölmel

Bernhard Kölmel ist Professor für Global Process Management an der Hochschule Pforzheim. Davor war er Leiter des Innovationsmanagement und der Forschung bei der CAS Software AG und deren Tochterunternehmen YellowMap AG.

Ein Kommentar

  1. Das Thema Virtuelle Organisationen oder Dynamische Wertschöpfungsnetzwerke werden im Rahmen der zunehmenden Globalisierung immer wichtiger. Im Buch von Don Tapscott – Wikinomics: How Mass Collaboration Changes Everything (http://www.wikinomics.com/)
    oder auch in seiner neuen Publikation Macrowikinomics: Rebooting Business and the World (http://www.macrowikinomics.com/) werden kooperative Geschäftsmodelle elaboriert, die ein Paradigmenwechsel in unserer Gesellschaft und Wirtschaft bedingen.

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