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Darf ich vorstellen: Das Internet der Dinge

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Zusammenfassung und Kommentar zum sogenannten “Internet der Dinge” | Von Sebastian Weiß

Fadennetz

Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen in Zukunft nach dem Suchen des Begriffs “xRM” im Internet in unmittelbarer Nähe der Begriff “Internet der Dinge” empfohlen wird. Warum dies so sein könnte und was sich dahinter verbirgt, können Sie hier erfahren.

Name, Ursprung, Entstehung

Das Internet der Dinge bezeichnet die eindeutige Verknüpfung identifizierbarer physischer Objekte mit einer virtuellen Repräsentation in einer Internet-ähnlichen Struktur. Somit besteht das Internet der Dinge nicht mehr nur aus menschlichen Teilnehmern, sondern auch aus Dingen. Zuerst verwendete Kevin Ashton, damalige Mitarbeiter von Procter & Gamble, diesen Begriff als Titel einer Präsentation. Damals war die Intention, die Supply Chain von P&G mit Hilfe von RFID-Chips in Echtzeit zu erfassen. Heute werden verschiedenste Dinge mit diesem Ausdruck assoziiert:

  • Internet als Metapher: Wie wir Menschen das Web benutzen, so könnten bald auch Dinge miteinander kommunizieren. Sie verwenden Dienste, stellen Daten bereit und generieren dadurch einen Mehrwert.
  • Engerer technischer Sinn: Ein Protokollstapel – eine Architektur von Netzprotokollen zur Datenübertragung – für den IP-Standard auf “smarten” Dingen.
  • Logistiksicht: Selbstorganisierendes Logistiknetz, das RFID (Radio Frequency Identification) als Technologie zur berührungslosen automatischen Identifikation von Transporteinheiten nutzt.

Das Ziel besteht darin, die Informationslücke zwischen realer und visueller Welt zu minimieren. Dies soll mit Hilfe einer Standardisierung der Komponenten und Dienste geschehen. Kevin Ashton betont, dass die Menschen und ihre Umwelt physisch sind. Die IT jedoch und ihr Daten bestehen aus Ideen und Informationen. Mit der Technik von RFID und Sensoren können Computer die Welt überwachen und verstehen, ohne dass die Daten von Menschen eingegeben werden müssten.

Technische Grundlagen

Neben den bereits erwähnten RFID-Chips zur Lokalisierung und Identifikation ermöglichen weitere technische Entwicklungen eine Realisierung des Internet der Dinge:

Die Kommunikation und Kooperation zwischen Objekten kann durch deren Vernetzung über das Internet oder untereinander realisiert werden. Mit Hilfe funkbasierter Technologien (wie z.B. UMTS) können die Objekte Daten und Dienste gemeinsam nutzen und ihren Zustand aktualisieren. Die Abfrage – und damit die Adressierbarkeit – der Objekte kann mit speziellen Diensten erfolgen. Die Objekte sammeln mit Sensoren Informationen über ihre Umgebung und stellen diese anderen Anwendungen zur Verfügung. Gleichzeitig können sie auf ihr Umfeld, z.B. mit Aktuatoren, Einfluss nehmen. In ein Objekt kann ein Prozessor und eine Speicherkapazität integriert werden für die Weiterverarbeitung oder das “Merken” von Zuständen. Des Weiteren kann über die Benutzerschnittstelle, z.B. mit Smartphones, mit dem Menschen kommuniziert werden.

Von der Theorie zur Praxis: Mögliche Anwendungsszenarien & Cisco

Das Internet der Dinge ist bereits realisiert bei Lieferketten von bspw. Paketen. Die Paketverfolgung ermöglicht uns eine exakte Auskunft über den aktuellen Standort unseres Pakets. Dies geschieht über eine Identifikation mittels Strichcode und einer Verknüpfung mit der Internetseite. Mit dieser Technik kann ebenfalls der Gesundheitszustand bzw. die Herz-Kreislauf-Funktion eines Menschen erfasst und überwacht werden.

Die US-Firma Cisco hat auf Grundlage der Erkenntnis, dass bereits heute mehr Dinge als Menschen zum Internet verknüpft sind, ein Jahrzehnt des Internets der Dinge ausgerufen. Mit der Konsequenz, dass unser Alltag komplett vernetzt wird. Bereits Ende 2011 sollen laut Cisco 20 Haushalte mehr Daten erzeugen als das gesamte Internet im Jahre 2008. Bis zum Jahr 2020 sollen 50 Milliarden Dinge an das Internet angeschlossen sein. Mit Milliarden von Netzwerksensoren sollen Veränderungen der Umwelt erfasst werden und das neue Internetprotokoll IPv6 stellt dafür nahezu unendliche viele Internetadressen zur Verfügung.

Kritik

Eine solche Zukunftsvision – mit gewissen Parallelen zum Film Matrix oder dem Buch 1984 – bietet im Gegenzug reichlich Kritikpunkte: Unabhängig von der Datenschutzproblematik stellt sich auch die Frage, wem im Einzelfall die vielen automatisch erhobenen und maschinell interpretierten Realweltdaten gehören, die durchaus einen bedeutenden wirtschaftlichen oder auch gesellschaftlichen Wert haben könnten. Ein weiteres Stichwort ist die sogenannte Technologiedependenz. In der Wirtschaft, aber auch in der Gesellschaft, haben wir uns heute schon stark von der allgemeinen Verfügbarkeit des elektrischen Stroms abhängig gemacht. Aber funktionieren in Zukunft viele eher alltägliche Dinge nur noch dann ordnungsgemäß, wenn von diesen aus Zugriff auf das Internet besteht, dann entsteht eine noch größere Abhängigkeit von der zugrundeliegenden Technik. Wenn diese versagt, wofür unterschiedliche Gründe – Entwurfsfehler, Materialdefekte, Sabotage, Überlastung, Naturkatastrophen, Krisensituationen etc. – denkbar sind, dann kann sich dies desaströs auf Wirtschaft und Gesellschaft auswirken. Des Weiteren wird die sicherheitspolitische Dimension durch eine mögliche Verlängerung des Cyberwars in die Realität angesprochen. Die Entwicklung wird sogar als Perversion des Internets gesehen: “Ein Medium, was zur Befreiung der Menschheit entstanden ist und dazu dienen soll, könnte also dazu missbraucht werden, die totale Kontrolle zu errichten.”

Ausblick und Schnittmenge zu xRM

Damit das Internet der Dinge wirklich Nutzen stiftet, bedarf es mehr als nur mikroelektronisch aufgerüsteter und miteinander kooperierender Gegenstände. Ebenso nötig sind sichere und verlässliche Infrastrukturen, geeignete ökonomische und rechtliche Rahmenbedingungen sowie ein gesellschaftlicher Konsens darüber, wie die neuen technischen Möglichkeiten verwendet werden sollen. Hierin liegt eine große Aufgabe für die Zukunft.

xRM wird in diesem Kontext benötigt, um all diese Dinge und ihre Austauschbeziehungen zu erfassen und dadurch steuern zu können: Die Verknüpfung von Objekten zum Internet oder untereinander kann als Beziehung aufgefasst werden. Die effektive Vernetzung der Vielzahl von Objekten erfordert ein planmäßiges Vorgehen und somit die Unterstützung von xRM. Für eine reibungslose Zusammenarbeit und flexible Beziehungen von vielen zu vielen müssen diese gemanagt werden. Die Lösung dafür bieten servicegetriebene xRM-Anwendungen. Dadurch können die Geschwindigkeit und der Umfang von Beziehungen zu Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden, etc. sowie Dingen verbessert werden.

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Sebastian Weiß

Autor: Sebastian Weiß

Sebastian Weiß studiert an der Uni Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen. Dabei beschäftigt er sich unter anderem mit den Themen Wissensmanagement und der Analyse von Netzwerken im Relationship Management. Seit einem Aufenthalt in China betrachtet er soziale Beziehungen aus einer völlig neuen Perspektive.

Ein Kommentar

  1. Sehr interessant ist auch die Infographic, die Cisco diese Tage veröffentlicht hat:

    http://blogs.cisco.com/wp-content/uploads/internet_of_things_infographic_3final.jpg

    Hier zeigt sich, wie groß das Potential für xRM ist!

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