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Chief Collaboration Officer – ja oder nein?

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“Zusammen sind wir stark”. Ein CCO fördert die Kollaboration | Von Vivien Nikolic

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Wenn es um den Chief Collaboration Officer (CCO) geht, dann sind es vor allem zwei Fragen, die Unternehmen beschäftigen: Brauchen wir überhaupt einen CCO? Und wenn ja, wer sollte diesen Posten bekleiden? Oft eignet sich der CIO dafür, manchmal muss aber auch eine ganz andere Lösung her. Fest steht allerdings: Eine Stellenbeschreibung mit der Überschrift “Chief Collaboration Officer” sucht man bisher meist vergeblich. Ist das Konzept also noch Zukunftsmusik?

Um das effiziente, silo-übergreifende Arbeiten in einem Unternehmen zu verbessern, bedarf es eines Zuständigen, der das Unternehmen, seine Ziele und Strategien kennt und dennoch in der Lage ist die Vogelperspektive einzunehmen und Verbesserungspotenziale auszumachen. Ist die Zeit also reif für einen neuen Posten, den des CCO? Diese Frage beantworten Morten T. Hansen und Scott Tapp im Harvard Business Review mit einem klaren Ja.

“Companies need an executive responsible for integrating the enterprise — a Chief Collaboration Officer (CCO). Increasingly, companies are embracing collaboration as part of their strategy to grow (…). But this won’t work unless employees work effectively across silos — across sales offices, business units, sales, product development, and marketing.” (Quelle)

Stefan Schloter, CIO bei T Systems ist sich sicher, “dass CIOs sich bis 2021 zu Chief Collaboration Officers weiterentwickeln müssen. Denn die Herausforderungen an den CIO-Beruf wandeln sich auf dem Weg zu Enterprise 2.0.” (Quelle) Die Herausforderung, der sich der heutige CIO dabei gegenübergestellt sieht, ist groß. In Zukunft, so Schloter, wird es seine Aufgabe sein Kollaboration zum “Standardinstrument” des Unternehmens zu machen. Zu diesem Zweck muss der CCO “unterschiedlichste Plattformen, Systeme und Endgeräte zusammenführen.” Darüber hinaus gilt es entsprechende Sicherheitskonzepte zu entwickeln.

Wer eignet sich für die Rolle des CCO?

Während Stefan Schloter vom CIO als dem prädestinierten Kandidaten für die Rolle des CCO spricht, sind sich andere Experten weniger einig darüber, wer für den Posten am besten geeignet ist. Hansen und Tapp schlagen im Havard Business Review gleich eine ganze Hand voll Personen vor, die potentiell in Frage kämen: CIO, COO, CFO, Leiter HR und Leiter Strategie. Jede dieser Rollen steht für Aufgabenfelder, die ein guter CCO kennen und beherrschen sollte. Auch Hansen und Tapp sehen den CIO als am besten geeignet. Sie schreiben: “This is a perfect area for the Chief Information Officer to go beyond IT, step up, and take an enterprise-wide view. If you’re a CIO looking to broaden your role and drive value across the company, this is your opportunity.” (Quelle) Dabei stellen die beiden Experten aber auch fest: Es geht hier weniger um die Aufgaben, die jemand zuvor erfüllt hat, sondern darum, wer die Fähigkeiten mitbringt ein guter Kollaborateur zu sein.

Bezugnehmend auf die Vorschläge von Hansen und Tapp, schreibt Jacob Morgan, Leiter der Chess Media Group, man könne nicht davon ausgehen, dass insbesondere der oft vorgeschlagene CIO die nötige Zeit hätte, um auch die Rolle des CCOs zu erfüllen.

“Many advocate the approach of the CIO overseeing collaboration, after all, this person is in charge of the information architecture.  This may work but lets keep in mind that the CIO is already working full time (probably well over that) with his/her existing responsibilities so simply throwing collaboration to them just because it might be convenient isn’t the best approach.” (Quelle)

Morgan vertritt den Standpunkt, dass viele Modelle funktionieren können. Abhängig von den Gegebenheiten in einem Unternehmen muss eine individuelle Lösung gefunden werden, die für alle Beteiligten am erfolgsversprechendsten ist. Dabei sei es auch denkbar ein Team zu bilden, dass sich die Aufgaben des CCOs teilt.

Aber: Brauchen Unternehmen überhaupt einen CCO?

Bei allen Überlegungen zu möglichen Kandidaten, darf natürlich die Frage nicht in Vergessenheit geraten, ob überhaupt die Notwendigkeit besteht einen solchen Posten zu schaffen und dafür Ressourcen freizustellen. Jacob Morgan bespricht diese Frage ausführlich in seinem Artikel “Do Organisations need a Chief Collaboration Officer?”. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Reihe von Faktoren betrachtet werden muss, um den Bedarf zu bestimmen. So kann ein CCO von Nutzen sein, wenn ein Unternehmen keine Führungskraft hat, die das nötige Know-How mitbringt, um Kollaboration von einem geschäftlichen und technologischen Standpunkt aus zu verstehen. Hingegen bietet sich der CCO eher nicht an, wenn beispielsweise die nötigen finanziellen Ressourcen nicht vorhanden sind oder eine Führungskraft bereits erfolgreich kollaborationsbezogene Fragestellungen bearbeitet.

Es scheint letztlich also auch eine Frage der internen Kapazitäten zu sein, die darüber entscheidet ob der Einsatz eines CCOs überhaupt in Erwägung gezogen wird. Dabei muss die individuelle Situation eines Unternehmens betrachtet und auf Grundlage geschäftlicher Zielsetzungen für oder gegen die Einführung eines solchen Postens entschieden werden. Davon hängt ab ob das Prinzip CCO Zukunftsmusik bleibt oder nicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Vivien Nikolic

Autor: Vivien Nikolic

Vivien Nikolic studiert Kultur & Wirtschaft an der Universität Mannheim. Neben dem Studium arbeitet die angehende Wirtschaftsjournalistin als freie Redakteurin und engagiert sich in der Studenteninitiative "Market Team" als Projektmanagements-Vorstand. Ihr Interesse gilt managementbezogenen Fragestellungen jeglicher Art.

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