xRMblog

Anything about Any(thing) Relationship Management

Big Data – Big Problem or Big Chance?

| 1 Kommentar

Big Data, ihr Nutzen und wie man sie veranschaulicht | Von Vivien Nikolic und Johannes Britsch

Big Data

Es sind unglaubliche Datenmengen, die Unternehmen und Einzelpersonen täglich produzieren und in Umlauf bringen. Terabytes an Informationen. Dazu zählen ganz unterschiedliche Daten: Text, Sensor-Messwerte, Audio, Video, Click Stream, Log Files usw. Big Data nennt sich dieses Phänomen. Längst haben Wissenschaftler das Thema für sich entdeckt. Aus Twitter-Daten lassen sich Grippewellen mitunter sehr präzise nachvollziehen. Google erlaubt seinen Nutzern mit riesigen Informationsbergen zu spielen und mithilfe von Infographic-Tools lässt sich das Ganze auch noch anschaulich darstellen.

Erst kürzlich titelte die Zeit: “Big Data: Twitter wird zum Fieberthermometer der Gesellschaft”. Die Überschrift bezieht sich auf eine Studie zweier amerikanischer Wissenschaftler aus Baltimore. Die nutzten Informationen aus dem nie enden wollenden Strom an Tweets und analysierten diese. Das Ergebnis: Mit Twitter lässt sich anhand relevanter Schlüsselwörter ziemlich genau bestimmen, wo die Leute gerade besonders kränkeln. Das Prinzip ist bereits durch Google bekannt. Anders als bei Google basieren die Analysen der Twitter-Forscher jedoch nicht auf den von Nutzern eingegeben Suchbegriffen, sondern stammen aus ihren in Tweets verpackten Aussagen über sie selbst. Das ist ein relevanter Unterschied. Denn: Wer bei Google “Schnupfen” eingibt, muss nicht unbedingt selbst daran leiden.

Big Data, Datenmengen, die so groß sind, dass sie kaum mehr zu managen sind, erstrecken sich IBM zufolge über drei Dimensionen: Volumen, Velocity (zu deutsch: Schnelligkeit) und Variety (zu deutsch: Vielfalt). Diese Parameter gilt es beim Umgang mit Big Data zu beachten. Die Herausforderung liegt nämlich nicht nur in der schieren Größe der Daten, sondern auch in der Geschwindigkeit mit der sie sich ansammeln und in den unterschiedlichen Formen, die sie annehmen können. (Quelle: IBM)

Google Public Data

Welche Straßen sind die gefährlichsten in Europa? Wie korrelieren Lebenserwartung und durchschnittliche Zahl an Kindern pro Frau? Welcher BRIC-Staat überholt Europa bis 2030 in puncto Wirtschaftskraft? Antworten auf diese Fragen erhalten Interessierte bei einem Blick in die riesigen Datensätze, die Google in seinem Angebot “Google Public Data” bereitstellt. Damit lassen sich fast alle Länder der Welt in den unterschiedlichsten Kategorien vergleichen und als Graphik anzeigen. Die Daten stammen aus 76 verschiedenen Quellen. Darunter das U.S. Census Bureau, Eurostat, das World Resources Center, die Weltbank und viele mehr. Die gefährlichsten Straßen in Europa hat übrigens Lithauen mit 148 Todesfällen je Million Einwohner in 2008. Deutschland verzeichnete im gleichen Jahr nur etwa ein Drittel so viele. Sicherer ist es nur in der UK, Schweden, den Niederlanden und Malta.

Kostenlose Infographic Tools

Sie heißen Many Eyes, Hohli oder Visual.ly. Ihr Ziel: (große) Datensätze in hübsche, übersichtliche Graphiken verwandeln. Many Eyes ist IBMs Antwort auf Google Public Data. Auch mit Many Eyes lassen sich öffentliche Datensätze durchsuchen. Das Ganze ist allerdings unter Usability-Gesichtspunkten ein bisschen weniger geeignet für den interessierten Laien als das Google Angebot. Dafür kann jeder, der will, mit Many Eyes auch selbst Datensätze visualisieren und teilen. Ganz leicht geht das auch mit Hohli. Ob als Kuchen-, Streu- oder Balkendiagramm: In wenigen einfachen Schritten erscheinen selbst eingegebene Daten in ansprechendem Design. Den größten kreativen Spielraum lässt Visual.ly. Mit dem Tool entstehen bunte Infographics in allen denkbaren Formaten und Stilrichtungen.

NodeXL – Exceltabellen in Graphenform

Einen anderen Ansatz verfolgt die Freeware NodeXL. Mit diesem Tool ist es möglich Exceltabellen als Netzwerkgraphiken darzustellen und damit die Interdependenzen einzelner Werte zu veranschaulichen. Ein Beispiel: Beziehungen zwischen Facebookusern oder Geschäftskontakten. Wie an vielen der kürzlich erstellen Graphen zu sehen ist, leidet bei einer sehr großen Anzahl an darzustellenden Werten irgendwann jedoch die Übersichtlichkeit. Denkbar, dass das in vielen Fällen aber auch gewollt ist.

Techcrunch: The Rise of Big Data And The Fall of SaaS?

Big Data kommt mittlerweile auch im Themenkomplex CRM bzw. Beziehungsmanagement an. In einem Artikel des US-Blogs Techcrunch wurde zuletzt sogar die Frage gestellt, ob Big Data das Potential besitzt, Software as a Service (SaaS) zu beerben. Trends und Kundenverhalten aus großen Datenmengen z.B. von sozialen Netzwerken abzuleiten, erscheint sehr spannend und geschieht durch Social Monitoring Tools wie SocialMention zurzeit ja schon. Verfolgt man die Diskussion im Anschluss an den Artikel, ist als Grundtenor erkennbar: Big Data Applikationen werden SaaS Anwendungen wohl nicht verdrängen, sondern diese eher ergänzen (und ihrerseits wieder als SaaS angeboten werden).

Vivien Nikolic

Autor: Vivien Nikolic

Vivien Nikolic studiert Kultur & Wirtschaft an der Universität Mannheim. Neben dem Studium arbeitet die angehende Wirtschaftsjournalistin als freie Redakteurin und engagiert sich in der Studenteninitiative "Market Team" als Projektmanagements-Vorstand. Ihr Interesse gilt managementbezogenen Fragestellungen jeglicher Art.

Ein Kommentar

  1. Ähnlich wie visua.ly ist Infogram (http://infogr.am/) aus Lettland. Siehe auch t3n-Artikel auf http://t3n.de/news/infografiken-selber-infogram-389650/

Hinterlasse eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.