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Gedanken zum Tag der Arbeit

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Über die Rolle der Cloud (und xRM-Plattformen) in der modernen Arbeitswelt | Von Vivien Nikolic

Arbeit am Strand

Der Mann mit dem roten Irokesenhaarschnitt, Sascha Lobo, hat seine wöchentlich auf spiegel.de erscheinende Kolumne “Die Mensch-Maschine” diesmal für ein – man fühlt es – tief empfundenes Wort zum Sonntag genutzt. Oder besser gesagt: ein Wort zum Tag der Arbeit am 1. Mai. Warum er das Normalarbeitsverhältnis für ein mittlerweile überholtes Produkt des letzten Jahrhunderts hält, welche Rolle die Cloud für die neue Arbeitswelt spielt und was einige unserer xRM-Experten dazu sagen – darum geht es in diesem Post. Diskussion ausdrücklich erwünscht.

“Die Zeiten der lebenslangen Gleichförmigkeit sind vorbei”, schreibt Sascha Lobo in seinem Kolumnenbeitrag “Am Tag nach der Arbeit”. Mit Gleichförmigkeit meint der Autor, Blogger und Strategieberater aus Berlin das Erwerbsverhältnis wie es noch immer die überwiegende Mehrheit der Menschen kennt. Ein Angestelltendasein mit weitgehend festen Arbeitszeiten, festem Gehalt und einem Chef, der von oben delegiert, kontrolliert, bestimmt. Lobos Ansicht nach ein Auslaufmodell: “Die allgemeine Fixierung auf das Normalarbeitsverhältnis war eine Notlösung des 20. Jahrhunderts.”

Das Angestelltenverhältnis als Auslaufmodell – eine unterdrückte Wirklichkeit?

Heute, so der 38-jährige, sehen wir uns einer anderen Arbeitswelt gegenüber gestellt. Die “vernetzte Arbeit”, das Leben mit der Cloud, hat das Potenzial die berufliche Existenz vieler Arbeitnehmer nachhaltig zu verändern. Begründed sieht Lobo diese Entwicklung in drei Faktoren:

  • die digitale Mobilität der wichtigsten Büroarbeitsgeräte
  • die sozialen Medien, die einen Mechanismus darstellen, wie sich wesentliche Teile der Kommunikation ins Digitale verlagern lassen
  • die Entwicklung hin zum Cloud-Computing

Letzterem Punkt kommt dabei besondere Bedeutung zu. Denn: “Die Cloudfrage hat das Zeug, die Arbeitswelt und ihr gesellschaftliches Fundament nachhaltig zu erschüttern”. In Kombination mit digitaler Mobilität und den Möglichkeiten sozialer Netzwerke sorgt die Cloud, so Lobo, dafür, dass Bekanntes und Vertrautes aus der früheren Arbeitswelt von einem neuen System abgelöst wird. Ein System das “Gleichzeitigkeit, [...] prozessuale Transparenz und Messbarkeit” von Arbeit verändert oder erst ermöglicht. Während dieser Wandel langsam Einzug findet in die Köpfe der Entscheidungsträger, gilt es seiner Meinung nach u.a. die folgenden Themen zu diskutieren:

  • die Flexibilisierung des Zeitpunkts, an dem man aufhört zu arbeiten (und zwar ohne Gefahr der völligen Verarmung)
  • die Entwicklung von Mischformen aus Selbständigkeit und Angestelltendasein
  • der Abschied vom Ideal der lebenslang angestellten Gleichförmigkeit
  • gesellschaftliche Akzeptanz dafür, dass es außer dem Alter noch andere Lebensphasen gibt, in denen Erwerbsarbeit schwer möglich ist  (Quelle)

Die neue Arbeitswelt steht in den Startlöchern. Wie sieht sie aus? Was sind ihre Gefahren? Und wo liegen ihre Stärken? Die folgenden Kommentare wollen sich diesen Fragen nähern und Stellung beziehen zu Sascha Lobos Kolumnenbeitrag.

Kommentar von Prof. Bernhard Kölmel:

Ich bin der Ansicht, dass wir derzeit einen Paradigmenwechsel in der Arbeitswelt erleben. Cloud Computing, Consumerisation und Globalisierung sind unaufhaltbare Trends. Mithilfe der Cloud lässt sich die Effizienz von Arbeitsabläufen erhöhen. Gleichzeitig haben diese Trends zur Folge, dass die Effektivität von Zielvereinbarungen und die Messbarkeit der Zielerreichung immer entscheidender wird. Lebenslanges Lernen und eine intelligente Vernetzung sind meiner Meinung nach die Erfolgsfaktoren der “Cloud Work”-Entwicklung. Dabei ist xRM das geeignete Werkzeug, um den Wandel zu managen.

Kommentar von Dr. Michael Geisser:

Wir bei ubivent organisieren virtuelle Events, Online-Konferenzen und Web-Messen. Von der Zukunftsträchtigkeit dieser Veranstaltungen bin ich überzeugt. Bei virtuellen Karrieremessen beispielsweise hilft das Format die Hemmschwellen zu senken, schließlich lässt es sich online auch “anonym” mit Personalern interagieren. Ich profitiere aber auch selbst von diesen Formen der Kommunikation und des geschäftlichen Zusammenarbeitens. Erst kürzlich haben wir ein Projekt mit einem Partner realisiert, den wir noch nie gesehen hatten. Wir tauschten uns größtenteils über das soziale Netzwerk Xing aus. Das Event war dennoch – oder vielleicht sogar gerade deshalb – ein großer Erfolg.

Kommentar von Johannes Britsch:

“Virtualisierung” von Arbeit wird immer stärker kommen, soviel steht fest. Alles, was viele Leute im Dienstleistungssektor heute zum Arbeiten brauchen, ist ein Laptop. Viel spannender ist dann die Frage nach dem “sozialen Arbeitsdruck”, der verloren geht, wenn man nicht mehr in echt zusammensitzt. Stichwort “Prokrastination”. Ich habe einmal eine Zeit lang in einem Co-Working Space (modern für: Gemeinschaftsbüro) gearbeitet und fand das eigentlich sehr angenehm. Das ist ein Trend, der in den nächsten Jahren sicher auch in Deutschland noch stärker wird. Bei studentischen Remote-Projekten hat sich aber auch immer wieder gezeigt, wie entscheidend gegenseitige Kontrolle und Abstimmung ist. Wer arbeitet wie viel? Wer macht was? Collaboration Tools – aber auch eine nachvollziehbare “Work History/Timeline” bzw. Time-Tracking sind wichtig. Und schon sind wir wieder bei xRM-Plattformen und Mitarbeiterbeziehungsmanagement…

Kommentar von Vivien Nikolic:

Die Vorteile der aktuellen Entwicklungen betrachte ich vor allem unter ökologischen Gesichtspunkten. Wer um eine Messe zu besuchen nur den Laptop hochfahren muss, schont nicht zuletzt die Umwelt. Die Nachteile der modernen Arbeitswelt beleuchtet der aktuelle Dokumentarfilm “Work Hard – Play Hard” von Carmen Losmann. Er wirft Licht auf ein System in dem zwanghaft versucht wird den individuellen Bedürfnissen des Arbeitnehmers gerecht zu werden und in dem paradoxerweise dennoch eine fast erschreckend entfremdete Atmosphäre herrscht. Ein Film, der zum Nachdenken anregt.

Vivien Nikolic

Autor: Vivien Nikolic

Vivien Nikolic studiert Kultur & Wirtschaft an der Universität Mannheim. Neben dem Studium arbeitet die angehende Wirtschaftsjournalistin als freie Redakteurin und engagiert sich in der Studenteninitiative "Market Team" als Projektmanagements-Vorstand. Ihr Interesse gilt managementbezogenen Fragestellungen jeglicher Art.

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