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Vertreibt die Personal Cloud den PC?

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Die Marktforscher von Gartner sagen den Exodus des PC voraus | Von Dr. Bernhard Kölmel

Cloud Computer

Gartner, eines der führenden Marktforschungsunternehmen mit Sitz in Stamford, Connecticut, prophezeit den Exodus des PC. Bis 2014 soll das Modell Personal Computer der Vergangenheit angehören. Dabei behauptet Gartner, dass nicht primär die Thin Clients oder die Tablets (à la iPad) den traditionellen PC vertreiben, sondern die Allgemeinheit der verfügbaren Cloud-Dienste. Bis 2014, so das Unternehmen, werden Apps und Services ein starkes Wachstum erleben – so stark, dass sie den PC-Markt seinem Ende zutreiben. xRM wird dabei eine entscheidende Rolle spielen.

“The personal cloud is poised to eclipse the PC as the hub of consumers’ digital lives by 2014 as rapid growth in the use of apps and services introduces a new paradigm for how people store, synchronize, share and stream content.” (Quelle)

Damit wird die persönliche Cloud für ihre Nutzer zur zentralen Anlaufstelle in puncto Information und Interaktionsunterstützung. Sie umfasst Business-, Consumer- und Regierungsservices. Noch, so Gartner, vermisst der Markt aber ein Unternehmen mit allumfassender Dominanz in diesem Bereich. Und das obwohl die Großen wie Google, Apple, Amazon und Co. bereits versuchen einzelne Bereiche des “Ökosystems Personal Cloud” für sich zu beanspruchen. Und auch kleine Anbieter kämpfen um die Gunst der Nutzer.

Das Neue an der Cloud? Zugriff von überall.

Im wesentlichen sollen die Funktionen Speichern, Synchronisieren und das Anwenden von digitalen Werkzeugen bald nicht mehr am Rechner, sondern in der Cloud stattfinden. Die wesentlichen Vorteile: Mobilität, Plattformunabhängigkeit und Synchronisierung. In diesen Bereichen sieht man bei Gartner auch die größten Wachstumspotenziale. Mithilfe der Cloud kann der Zugriff auf Daten von nahezu jedem denkbaren Ort geschehen, und von jedem beliebigen Gerät. Mit zunehmender Plattformunabhängigkeit hängt die Kaufentscheidung eines Nutzers nicht mehr vom Betriebssystem eines PCs ab, sondern orientiert sich an der Beschaffenheit und Funktionalität einzelner Personal Cloud Services, die eine bestimmte Plattform bereitstellt. Scheinbar synchron wäre von der Cloud aus der Zugriff auf Daten möglich. Diese müssten dafür nicht mal notwendigerweise vervielfältigt werden.

Aus dem Gartner Hype Cycle von 2012 lässt sich ablesen, dass die Experten dem Privat Cloud Computing noch etwa 2 bis 5 Jahre geben, bis es auch beim Mainstream angekommen ist. Gerade befindet sich das Phänomen in einer Phase, die als “Peak of Inflated Expectations” beschrieben wird:

The Gartner Hype Cycle 2012

(Quelle: Gartner Hype Cycle 2012)

Endgeräte-Vielfalt, Cloud-Plattformen und xRM

Das schnelle Voranschreiten des Cloud-Computing geht einher mit der schnellen Verbreitung der intelligenten und mobilen Smart Devices wie Smartphones, Tablets oder gar der Interaktion über neue intelligente Objekte (z.B. TV-Gerät, Kühlschrank). So stellten Statista und Basic Thinking kürzlich auch mit Blick auf aktuelle Verkaufszahlen fest, dass wir uns bereits auf dem Weg zum “Post-PC-Zeitalter” befinden (der Blog-Post beinhaltet auch eine aussagekräftige Grafik):

“Tablets und Smartphones brachten es 2011 zusammen auf 563 Millionen verkaufte Geräte, im Vergleich zu 353 Millionen Desktops und Notebooks. Diskrepanz weiter steigend. Bis 2016, so die IDC-Prognose, sollen jährlich 1,36 Milliarden Smartphones und Tablets verkauft werden, von PCs nur 518 Millionen Stück.” (Quelle)

Hier kommt xRM ins Spiel – und zwar auf (mindestens) zwei Ebenen:

Erstens: Je stärker sich Anwendungen in die Cloud verschieben, desto mehr werden Plattformen nachgefragt, deren Abrechnung auf Mietbasis geschieht  (Platform-as-a-Service, PaaS). xRM ist fest im PaaS-Paradigma verankert und wird zumeist in einem solchen Modell angeboten. Verschiedene Geschäfts-Applikationen können beliebig zusammengestellt werden und auf eine gemeinsame Datengrundlage zugreifen. Durch xRM-Plattformen werden so neue Möglichkeiten der Analyse und Unternehmenssteuerung erschlossen.

Zweitens: xRM wird in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle bei dem Management der Beziehungen zwischen Menschen, Unternehmen und intelligenten Objekten spielen. Eine Vielfalt an Geräten muss in Zukunft miteinander vernetzt werden – das “Internet of Things” wird auf Basis von xRM-Plattformen Wirklichkeit. Interessant in diesem Zusammenhang: Im Zuge von Facebooks Börsengang am letzten Freitag entwickelten Facebook-Ingenieure eine Schnittstelle, durch die die berühmte NASDAQ-Glocke in das soziale Netzwerk integriert wurde (The Verge). Und das ist erst der Anfang…

Quellen:

Prof. Bernhard Kölmel

Autor: Prof. Bernhard Kölmel

Bernhard Kölmel ist Professor für Global Process Management an der Hochschule Pforzheim. Davor war er Leiter des Innovationsmanagement und der Forschung bei der CAS Software AG und deren Tochterunternehmen YellowMap AG.

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