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swabr: Social Intranet & Collaboration Tool

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Interview mit Lukas Pfeiffer – Head of Marketing von “swabr” | Von Daniel Mirovsky

Swabr Homepage

Enterprise Microblogging Systeme eröffnen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Emails sind zu langsam und zu umständlich. Die Lösung lautet: Echtzeit-Kommunikation mittels Social Intranets – ein “Facebook für Unternehmen”. Die Tools ermöglichen schnellere, produktivere Beziehungen zwischen den Mitarbeitern. Folgend ein Interview zum Thema mit Lukas Pfeiffer – Head of Marketing des jungen deutschen Anbieters “swabr”.

Was ist swabr? Setzt Ihr selbst Eure Lösung in Eurem Unternehmen ein?

swabr ist eine erfolgreiche Symbiose aus Facebook (Netzwerk) und Twitter (kurze Nachrichten). Einfach gesagt ist es ein “Facebook für Unternehmen”. swabr ist interne Echtzeit-Kommunikation und wir wollen Unternehmen und Organisationen helfen, schneller und effektiver zusammenzuarbeiten. Jedes Unternehmen auf swabr hat ein eigenes, geschlossenes, privates Netzwerk für seine Mitarbeiter mit verifizierter Email-Adresse. Die Kommunikation in einem Echtzeit-Netzwerk ermöglicht einen schnelleren und effizienteren Informationsaustausch zwischen Kollegen eines Teams oder einer Abteilung. swabr ist kostenlos, einfach und intuitiv.

Wir nutzen swabr seit langer Zeit selbst für den täglichen Austausch in unserem Team. Wir schreiben uns unter Kollegen keine einzige Email mehr – und das ist schon sehr angenehm. Gleichzeitig sind wir besser informiert über aktuelle Themen oder anstehende Aufgaben. swabr reduziert aber nicht nur die Unmengen an CC- und BCC-Emails, wir brauchen auch weniger Meetings, können von überall auf unser Netzwerk zugreifen und sind so um einiges produktiver. Wir haben für jedes Projekt und jede Abteilung ein eigenes Netzwerk, z.B. für die Bereiche Marketing, Entwicklung, Personal und Backoffice. In den einzelnen Netzwerken befinden sich dann nur die Kollegen, die in den Bereichen mitwirken.

Swabr Profile

Warum ist Deines Erachtens nach die Mitarbeiterkommunikation – oder etwas weiter gefasst – das Employee Relationship Management besonders wichtig?

Kommunikation ist das A und O. Und will ein Unternehmen erfolgreich sein, dann benötigt es eine gute und schnelle Kommunikation. Lange Briefwege oder statische Intranets sind nicht mehr zeitgemäß. Alle 20 Jahre wird eine neue, weit verbreitete Form der Unternehmens-Zusammenarbeit angenommen. Im Verlauf der Enterprise Adoption haben Unternehmen erst das Telefon (ab 1950), dann das Fax (ab 1970) und danach die Email (ab 1990) als Kommunikationsform übernommen. Heutzutage ist die Echtzeit-Kommunikation die neue Form der Unternehmens-Zusammenarbeit.

Nachdem Facebook aber auch Twitter diese neue Form der Kommunikation für Privatanwender etabliert haben, bietet swabr die Vorteile der Echtzeit-Kommunikation nun Unternehmen an. Damit werden erfolgreiche Prinzipien aus dem Privatleben durch das Emloyee Relationship Management übernommen. Aktuelle Studien zeigen: Mitarbeiter wollen gut informiert sein. Nur so können Angestellte ihrer Verantwortung gerecht werden. Viele KMUs und Mittelstandsfirmen nutzen eine veraltete Technik oder starre Systeme. Mit swabr ist es möglich, eine dynamische Echtzeit-Kommunikation zu starten und bisher abgeschottete Abteilungen (s.g. Silos) aufzubrechen und zuvor einander unbekannte Kollegen miteinander zu verbinden. Zudem ermöglicht swabr eine ständig wachsende und durchsuchbare Wissensbasis für Unternehmen.

Swabr Stream

Werden in euren Lösungen auch externe Stakeholder mit einbezogen oder konzentriert ihr euch zurzeit noch exklusiv auf die Mitarbeiterkommunikation?

Die Anwendungsmöglichkeiten für swabr sind sehr vielfältig. Primär erleichtert unser Dienst die interne Kommunikation und trägt zu einer spürbaren Reduzierung des Email-Aufkommens bei. Einzelne Anwendungsbeispiele sind z.B. der Austausch von Mitteilungen und das Teilen von Inhalten mit Kollegen, man kann Kollegen über arbeitsrelevante Neuigkeiten informieren, Nutzer können ihrem Netzwerk Fragen stellen und umgehend Antworten erhalten. Je nach Wichtigkeit des Themas kann auch eine spontane Diskussion entstehen, wie sie mit Emails nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich wäre.

Auf swabr geht es also in erster Linie um die interne Kommunikation in Unternehmen und Organisationen. Dennoch gibt es gerade im Alltag auch immer wieder Situationen, in denen man mit anderen Firmen oder externen Mitarbeitern zusammenarbeitet. Genau für diesen Fall haben wir Subnetworks entwickelt, die von den Hauptnetzwerken getrennt sind. In Hauptnetzwerken kann man sich nur mit Kollegen austauschen, die die gleiche Email-Domain haben. In Subnetworks dagegen kann man sich auch mit Partnern oder Zulieferern austauschen, die eine andere Email-Domain haben. So ist es einfach, mit einzelnen (Fach-)Abteilungen zu kommunizieren. Auch helfen die Netzwerke, wenn man ad-hoc eine themenbezogene oder temporäre Projektgruppe starten will.

Enterprise Microblogging kann man übrigens nicht nur in Unternehmen und Organisationen einsetzen. Wir erhalten zahlreiche Rückmeldungen von Coworking Spaces und Freelancern, die swabr produktiv einsetzen. Dazu zählen insbesondere auch Teams an unterschiedlichen Standorten, die sich regelmäßig austauschen müssen.

Ihr seid in einem jungen, dynamischen Markt tätig. Wie schätzt Du Eure Chancen ein, Euch in diesem Markt gegen Eure zahlreichen Wettbewerber durchzusetzen, und worauf basierst Du Deine Einschätzung? Was macht swabr besonders und einzigartig?

Der Markt für Saas-/Cloud-Dienste zur Kollaboration in Unternehmen ist zwar bereits gut bestellt und wird weiterhin komplexer werden, allerdings will nahezu jeder Anbieter alle nur denkbaren Funktionen in sein Angebot integrieren. Bei Nutzern führt das zu einer Unübersichtlichkeit. Einen anderen Weg geht swabr mit seinem klarem Fokus auf das grundlegende Bedürfnis nach einfacher und intuitiver Kommunikation.

Wir analysieren regelmäßig den Enterprise-Markt und stellen fest, dass sehr viele Anbieter alle nur denkbaren Funktionen implementieren. Unsere Vision ist es, swabr so einfach und intuitiv wie möglich zu machen. Kommunikation wie auch die Werkzeuge dazu müssen Spaß machen und einfach anzuwenden sein. Daher ist die Benutzeroberfläche von swabr sehr schlicht gehalten und die meisten Funktionen (Dateimanagement, Netzwerke) sind “unter der Haube” angebracht, um nicht vom Wesentlichen abzulenken.

Ihr habt gerade Eure Crowdfunding Runde abgeschlossen. Wie sieht Euer abschließendes Fazit aus?

Als alternative Finanzierungsform ist Crowdfunding kein ganz neues Thema mehr. Wenn das Wort Crowdfunding fällt, dann sind Kickstarter und startnext meist nicht weit entfernt. Auf den beiden Plattformen präsentieren sich meist kreative Projekte mit kleinem Kapitalbedarf. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von neuen Crowdfunding-Plattformen, jede hat sich auf eine Nische oder einen bestimmten Aspekt spezialisiert.

Wir von swabr haben uns für Innovestment entschieden, eine Plattform, die sich auf das Crowdfunding von Unternehmen spezialisiert hat. Innovestment bietet Anlegern die Möglichkeit, direkt in innovative Geschäftsideen zu investieren. Privatpersonen erhalten hier Zugang zu einer neuen Anlageklasse, die bislang institutionellen Investoren wie Venture Capital und Private Equity Firmen vorbehalten war. Wir konnten von 90 Interessenten 23 Bieter als Investoren für unseren Dienst gewinnen und die Crowdinvesting-Auktion erfolgreich abschließen. Mit dem eingeworbenen Kapital können wir die nächsten Entwicklungsschritte realisieren (Premium-Version und Mobile Applikationen). Crowdinvesting setzt auf wenige, dafür qualitativ hochwertige Mikroinvestoren. Mit diesem Ansatz können sich insbesondere innovative Konzepte erstes Gründungskapital sichern und ihr Konzept realisieren bzw. ausweiten.

Wie habt ihr euer Crowdfunding im Rahmen des “Investor-Relationship-Managements” gesteuert? Wie seid ihr an potentielle Investoren herangetreten?

Wir haben den direkten Austausch mit allen Interessenten gesucht und mit nahezu jedem Bieter persönlich gesprochen. Damit haben wir gleichsam viele neue Multiplikatoren für unseren Dienst gewinnen können, die uns bei der Verbreitung und Bekanntmachung von swabr unterstützten. Zur Unterstützung haben wir unsere Interessenten regelmäßig über Fortschritte und Neuerungen informiert.

Letzte Frage: Wo steht swabr aktuell? Hast du dazu noch ein paar abschließende Worte?

Wir haben gerade die Marke von 2.700 registrierten Netzwerken überschritten. Es freut uns sehr, dass immer mehr Nutzer den produktiven Nutzen von swabr erkennen und für die Unternehmenskommunikation einsetzen. Dabei zählen Startups, Freelancer, einzelne Teams und Abteilungen, KMU´s und NGO´s, aber auch Schulen, Hochschulen und Universitäten zu unseren Nutzern. swabr wird von Nutzern aus insgesamt 85 Ländern weltweit genutzt. Dieses Wachstum zeigt, dass swabr auf dem richtigen Weg ist und immer mehr Nutzer bereit sind, von der Email zur Echtzeit-Kommunikation zu wechseln.

Daniel Mirovsky

Autor: Daniel Mirovsky

Daniel Mirovsky studiert im Mannheim Master in Management Programm der Uni Mannheim. Parallel zum Studium engagiert er sich bei SIFE Mannheim als Koordinator sozialer Studentenprojekte. Neben (Social) Entrepreneurship interessiert er sich für neuartige Managementkonzepte wie xRM.

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