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Innovation als Erfolgspotential des Outsourcing | Von Dr. Bernhard Kölmel & Daniel Mirovsky

Outsourcing

Outsourcing ist weit verbreitete Business-Praxis. Mit der Unterzeichnung des Outsourcing-Vertrags ist der Erfolg dieser strategischen Initiativen jedoch noch lange nicht gesichert. Um die Potentiale zur Kostensenkung auszuschöpfen und um Outsourcing auch zu einer Innovationsquelle zu machen, müssen Unternehmen Outsourcing-Beziehungen entsprechend wertschöpfend gestalten. Das Outsourcing Relationship Management (ORM) kann dabei eine bedeutende Rolle spielen. Outsourcing-Beziehungen sind somit ein weiterer Beziehungstyp, der im Rahmen von xRM-Lösungen bespielt werden kann.

Outsourcing

Outsourcing bezeichnet die nationale oder internationale Auslagerung von zuvor intern ausgeführten Wertschöpfungsaktivitäten an ein unabhängiges Drittunternehmen, von dem die Leistungen dann zukünftig gekauft werden.

Die originäre Zielsetzung dieser Business-Praxis liegt in der Senkung der Kosten von arbeitsintensiven Geschäftsprozessen. Die Idee dahinter: Indem bestimmte Aktivitäten im Rahmen des Outsourcing von einem Spezialisten und/oder in einem Land mit geringeren Lohnkosten ausgeführt werden, lassen sich die Kosten dieser Geschäftsprozesse reduzieren. Das Unternehmen kauft die Leistung dann zu einem geringeren Preis ein als die Selbstausführung der Aktivitäten kosten würde. Generelle Tipps zur erfolgreichen Umsetzung von Outsourcing-Vorhaben gibt es unter anderem hier: Ten Tips for Superior Outsourced Relationships.

Kostensenkung und Innovation in Outsourcing-Beziehungen

Solche traditionellen, auf Kostensenkung fokussierte Outsourcing-Beziehungen haben jedoch diverse Mankos. In diesem Zuge ausgelagerte IT und Geschäftsprozesse verbleiben größtenteils unverändert. Der Outsourcing-Partner konzentriert sich auf die Kostenreduktion und hat wenig Anreize darüber hinaus kreativ zu werden. Daraus folgend können Unternehmen durch neue Bedürfnisse oder Trends im Zielmarkt auf dem falschen Fuß erwischt werden. Die Folge: Auf Kostenreduktion getrimmte Outsourcing-Beziehungen können für Unternehmen mittel- oder langfristig zu einem erheblichen Wettbewerbsnachteil aufgrund fehlender Innovation werden.

Heutzutage ist Kostenreduktion weiterhin ein wichtiges Motiv im Rahmen von Outsourcing-Entscheidungen. Allerdings sind neben Kostensenkung vermehrt auch Flexibilität, Innovation und Skalierbarkeit verfolgte Zielsetzungen. Ziel ist es, den Outsourcing-Partner zu einem wahren Innovationspartner zu machen, der Ideen generiert, schnell und flexibel agiert und seinen Teil zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beiträgt.

Die Deutsche Telekom hat zu diesem Thema ein Whitepaper veröffentlicht, in dem auf die heutige Notwendigkeit von vermehrter und schnellerer Innovation eingegangen wird. Outsourcing-Beziehungen stellen hierbei eine weitere Möglichkeit dar an den Schnittstellen zwischen verschiedenen Unternehmen neue Ideen zu generieren, auszuarbeiten und umzusetzen. Sie identifizieren dabei 11 kritische Faktoren, die Innovationspotentiale von IT-Outsourcing Beziehungen eindämmen und geben Hinweise, wie diese Innovations-Hindernisse ausgeräumt werden können. Folgend eine gekürzte Auswahl der Telekom-Hinweise:

  1. Der richtige Outsourcing-Partner mit den gewünschten Ressourcen, Fähigkeiten und Unternehmenskultur muss gesucht und ausgewählt werden, denn nicht jeder Partner bietet das gleiche Innovationspotential.
  2. Das richtige Mind-Set muss bei beiden Outsourcing Partnern vorliegen und Innovation als klare Zielsetzung verstanden werden.
  3. Ein Budget, Anreize und ein abgestimmtes KPI-System müssen vorliegen, damit der Partner zu hoher Innovationstätigkeit angespornt wird.
  4. Verträge sollten langfristig aufgesetzt und Freiräume geschaffen werden.
  5. Beidseitiges Vertrauen und Commitment ist nicht nur dafür kritischer Bestandteil einer derartigen Outsourcing-Beziehung.

Das komplette Dokument der Telekom kann hier eingesehen werden. In diesem werden auch ausgewählte Praxisbeispiele innovativer Outsourcing-Beziehungen vorgestellt.

xRM als Grundlage von erfolgreichem Outsourcing Relationship Management

Um Outsourcing-Beziehungen als Innovationspartnerschaften zu nutzen, müssen Unternehmen somit (a) den richtigen Outsourcing-Partner wählen und (b) die Beziehung zu diesem Partner pflegen und wertschöpfend gestalten. Das Unternehmen kann sich somit nicht einfach zurücklehnen und auf die Innovationskraft des Partners vertrauen, sondern muss aktiv gestalten und koordinieren.

xRM kann hierbei helfen indem sowohl einzelne Outsourcing Beziehungen durchleuchtet werden, als auch die Gesamtheit des Outsourcing Portfolios erfasset wird. So können etwa Outsourcing-Stammdaten, -Kontakthistorien, -Aufgaben- und Terminmanagement zentral aggregiert, und so eine ganzheitliche Sicht auf die Outsourcing-Partner und Outsourcing-Beziehungen geschaffen werden. Fundierte und zielgerichtete Portfolio- und Einzelentscheidungen im Rahmen des Outsourcing werden so mittels der durch xRM geschaffenen integrierten Datenbasis ermöglicht, und können in der Folge koordiniert umgesetzt werden.

Dies ist besonders für Unternehmen, die eine Vielzahl an Outsourcing-Beziehungen unterhalten, sinnvoll. Accenture schlägt für diese Organisationen die Implementierung eines unternehmensübergreifenden Governance-Modells und einer einheitlichen Portfolio-Strategie für Outsourcing-Beziehungen vor. xRM kann in diesem Rahmen den für die Entscheidungsfindung wichtigen Überblick schaffen. Weitere Informationen von Accenture zum Management von multiplen Outsourcing-Beziehungen finden Sie hier.

Vom O zum x: ORM im Rahmen von xRM

Für xRM ist Outsourcing Relationship Management somit ein weiterer Beziehungstyp der im Rahmen des Anything Relationship Management gestaltet werden sollte: Ein neues x für xRM. Dabei kann xRM sowohl einzelne Outsourcing-Beziehungen beleuchten, als auch die Gesamtheit des Outsourcing-Portfolios erfassen. So können etwa Outsourcing-Stammdaten, -Kontakthistorien, -Aufgaben- und Terminmanagement zentral aggregiert, eine ganzheitliche Sicht auf die Outsourcingpartner und Outsourcingbeziehungen geschaffen, sowie ein zielgerichteter Kontakt der Outsourcing-Partner ermöglicht werden. Fundierte und zielgerichtete Portfolio- und Einzelentscheidungen im Rahmen des Outsourcing werden so mittels der durch xRM geschaffenen integrierten Datenbasis ermöglicht.

Prof. Bernhard Kölmel

Autor: Prof. Bernhard Kölmel

Bernhard Kölmel ist Professor für Global Process Management an der Hochschule Pforzheim. Davor war er Leiter des Innovationsmanagement und der Forschung bei der CAS Software AG und deren Tochterunternehmen YellowMap AG.

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