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Beziehungsmanagement: Wohin bewegt sich der Markt?

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Plattform-Strategien gewinnen immer stärker an Bedeutung | Von Johannes Britsch

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Paukenschlag vor einer Woche: SAP fährt die Weiterentwicklung von Business byDesign (ByD) zurück. Wie das Handelsblatt berichtet, blieb die Mittelstandslösung deutlich hinter den Erwartungen zurück. Zwar wird der Betrieb von Business byDesign aufrechterhalten, allerdings verschiebt sich die Konzentration des größten Softwarehauses Deutschlands in Richtung der In-Memory-Plattform HANA (Computerwoche). Was bedeutet dieser Schritt für den Business-IT-Markt in Deutschland?

Business byDesign aus xRM-Sicht

Betrachtet man SAP Business byDesign und seine Funktionen, fühlt man sich stark an das Grundkonzept von Anything Relationship Management (xRM) erinnert. So sind die meisten Bestandteile einer xRM-Lösung in byDesign enthalten:

  • Beziehungsmanagement für Kunden, Zulieferer und Mitarbeiter
  • Verknüpfung interner und externer Daten (Social-Media-Integration)
  • Erweiterbarkeit durch von Partnern oder Kunden erstellte Module
  • Eigener Store für den Vertrieb dieser spezialisierten Module
  • Einheitliche Benutzeroberfläche für eine einfachere Bedienbarkeit
  • Und natürlich: Business byDesign ist eine Cloud-Lösung

Ein wichtiger Begriff fehlt aber in der Selbstdarstellung von Business byDesign: “Plattform”. Auf den SAP-Seiten findet diese Vokabel keinerlei Erwähnung – übrigens genauso wenig wie auch das Wort “xRM”. Die Hauptargumente lauten eher “Cloud” und “On-Demand”.

Der Strategiewechsel von SAP

Mit HANA ändert sich das nun: Erstens wird die Lösung deutlich als “Echtzeit-Plattform” positioniert. Mit den Bestandteilen eines Applikations-Servers, einer Extensibility-Plattform (für die Entwicklung von Add-ons durch Partner) und der “HANA Cloud Integration” (einer Kommunikations-Middleware) kommt sie dem xRM-Plattformansatz noch näher. Ein Unternehmenssprecher fasst zusammen (Forbes):

“Moving forward, SAP HANA will be the single, unified platform that enables businesses of all sizes across all industries and lines of business to run their entire business in the cloud more efficiently and effectively than ever before.”

Oder wie es SAP-Technikvorstand Vishal Sikka auf der TechEd ausdrückte:

“Unsere A-Tätigkeit sind die Plattformen”

Zweitens rücken fremdentwickelte Applikationen und das Ökosystem rund um SAP viel weiter ins Zentrum der Strategie. SAP versteht sich also nicht mehr primär als Hersteller von Applikationen und Service-Anbieter für diese Anwendungen. Vielmehr stellt SAP mit HANA eine Plattform zur Verfügung, auf der alle Lösungen aufbauen sollen. Hier fährt SAP zweigleisig: Hauptfelder des Stakeholdermanagements werden von eigenen oder zugekauften Lösungen abgedeckt, z.B. CRM (SAP), ERM (SuccessFactors) oder SRM (Ariba). Für weitere, spezialisiere Applikationen spricht SAP das Ökosystem an – sowohl Startups als auch bestehende Partner erhalten verstärkt Anreize, um auf HANA basierende Anwendungen zu realisieren. Hasso Plattner betont (PCWorld):

“It’s not about HANA anymore, it’s about the applications on HANA.”

Fazit

Auch wenn die Vokabel “xRM” nicht auftaucht, scheint die SAP doch auf einem klaren xRM-Kurs zu sein. Die Positionierung hin zu einem Plattform-Anbieter ist sicher zu begrüßen – schließlich geht der Trend klar in diese Richtung. Andere Hersteller (z.B. Microsoft, CAS, Salesforce) verfolgen diesen Konsolidierungsansatz schon länger (Computerwoche). Für welche Kundengruppen die HANA In-Memory-Technologie nun tatsächlich Vorteile bringt, werden die nächsten Monate zeigen…

Autor: Johannes Britsch

Johannes Britsch ist Doktorand an der Uni Mannheim. Seine Interessen umfassen xRM, Managementkonzepte, KMU sowie Entrepreneurship. Er ist "Erbauer" dieses Blogs und schreibt manchmal in der dritten Person von sich.

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