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Business Ecosystems: In vier Schritten zum Erfolg

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Vier Hinweise zum besseren Verständnis von Business Ecosystems | Von Christoph Funk und Johannes Britsch

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Innovationskraft, Anpassungsfähigkeit und Kooperationsbereitschaft entscheiden heute in vielen Wirtschaftszweigen über die langfristige Überlebensfähigkeit von Unternehmen. In der Natur meistern einzelne Lebewesen widrige Umweltbedingungen, indem sie mit anderen in funktionale Wechselwirkung treten. Gemeinsam bilden sie Ökosysteme, um die Herausforderungen an das individuelle Überleben zusammen effektiver und effizienter meistern zu können…

Übertagen auf den ökonomischen Bereich werden “Ecosystems” als Konstellationen aus privatwirtschaftlichen, öffentlichen und individuellen Akteuren bezeichnet. Die unterschiedlichen Akteure richten dabei ihre jeweils individuellen Anstrengungen auf ein gemeinsames übergeordnetes Ziel aus. Zusammen erkennen und nutzen sie die eigenen Möglichkeiten besser, können Lösungen für komplexere Herausforderungen entwickeln und sind schließlich erfolgreicher als zuvor. Hört sich gut an – aber wie muss man in der Praxis vergehen, um die “Power des Ecosystems” nutzen zu können?

Business Ecosystems besser verstehen – Eine Roadmap

1) Mapping

Business Ecosystems hängen stark von der Zusammenarbeit ab – nicht nur intern, sondern auch firmenübergreifend. Es gilt zu identifizieren: Wer sind relevante Akteure? Wie sehen deren Geschäftsmodelle aus? Was lauten die Nutzenversprechen? Welchen Umfang haben Wertschöpfung und Haftung?

Im nächsten Schritt müssen gemeinsame Ziele sowie die Bedürfnisse der gemeinsamen Kunden identifiziert werden. Anschließend sollte die komplexe Lösung auf die konstituierenden untergeordneten Ziele heruntergebrochen werden. Diese untergeordneten Ziele mit ihren jeweiligen Lösungen müssen wiederum in die Gesamtlösung integrierbar sein. Ergebnis sollte ein “Ecosystem Business Model” sein.

Was im Zuge eines Workshops helfen kann: Erstellen Sie in einem ersten Schritt Profilkarten der Akteure und ordnen Sie sie anhand der Ziele des Ecosystems.

2) Analysieren

Zwischen den Kooperationspartnern müssen Rollenverteilung, Beziehungen, Geldströme und Workflows klar geregelt sein. In einem Basismodell können vier Rollen unterschieden werden:

  1. Kapitalgeber und Wissensaquise (Ressource Provider): Investoren geben finanzielle Unterstützung für Projekte und Aktivitäten der anderen Partner und erhalten darüber im Gegenzug Vorteile auch über den Kontakt zum Hub. Genauso wichtig sind Partner, die Wissen für die Problemlösungen liefern und die anderen Akteure schulen.
  2. Skalierer, Innovatoren, Nischen: Untergeordnete Ziele werden je nach Größe und Anforderung der Lösung von Akteuren mit Erfahrungen in diesen Bereichen erfüllt. Wesentlich sind Innovatoren, um Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und Trends mitzugestalten. Innovatoren lösen typischerweise bestehende Herausforderungen mit neuen Lösungen oder spüren noch nicht bekannte Probleme auf und lösen diese.
  3. Infrastruktur, Integratoren und Konnektoren: Entscheidend für den Integrationsgrad des Ecosystems ist der Dialog zwischen den Akteuren, die Integration der untergeordneten Lösungen in ein Ganzes sowie die Verfügbarkeit der dafür notwendigen Infrastruktur.
  4. Hub, Promoter, Influencer: Der Hub ist der wichtigste Akteur eines Ecosystems. Er ist verantwortlich für die strategische Ausrichtung und wirkt regulierend auf die Sicherung des Gesamtziels und dafür notwendiger untergeordneter Ziele. Unterstützt wird der Hub durch weitere Akteure, die das Projekt bekannt machen und in ihre eigenen Ecosystems tragen.

Was im Zuge eines Workshops helfen kann: Erstellen Sie ein Netz der Profilkarten, z.B. indem Sie sie an eine Wand pinnen und mit verschiedenfarbigen Schnüren verbinden.

3) Innovationsmöglichkeiten identifizieren und implementieren

Innovationen sind ein wichtiges Mittel, um die immer komplexer werdenden Herausforderungen zu meistern. In der Konsequenz bedeutet dies, dass

  1. alte Strukturen gestört, aufgebrochen und verändert werden. Lücken müssen identifiziert und Lösungsansätze gefunden werden. Entscheidungen, den momentanen Ansatz weiter zu verfolgen oder zu ändern, müssen rechtzeitig getroffen werden.
  2. ein Business Ecosystem von Teilnehmern und deren Vernetzung/Kommunikation lebt, um Innovationskraft zu erzeugen.
  3. ein xRM-Management mitentscheidend für den Erfolg des Ecosystem ist. Notwendig sind Softwarelösungen, die individuelle und “allgemeine” Lösungen vereinen, übergreifende Prozesse ermöglichen und unterstützen, sowie marktangepasste Lösungen bieten (Beispiele: CAS Ecosystems und DATEV).

Das heißt konkret: Innovation entsteht durch Kommunikation – schaffen Sie also die erforderlichen Grundlagen hierfür. In das Zentrum der gemeinsamen Lösungsentwicklung sollten dabei die Kundenbedürfnisse gestellt werden (“Customer Centricity”).

4) Überprüfen und Reagieren

Wesentlich für den Erfolg von Ecosystems ist die permanente Bewertung der Erfolgsaussichten. Nur kontinuierliches Überprüfen der eigenen Ziele und Optimieren des eigenen Handelns ermöglicht es auch dem Ecosystem, flexibel auf Veränderungen zu reagieren.

Das heißt konkret: Institutionalisieren Sie das Projektmanagement, nutzen Sie xRM-Software und “leben Sie das Ecosystem”!

Christoph Funk

Autor: Christoph Funk

Christoph Funk ist seit 2012 bei der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH als Volontär in den Bereichen Projektmanagement und Geschäftsführung tätig. Auf www.stattmarketing.wordpress.com bloggt er über Themen aus den Bereichen Stadtmarketing und Stadtentwicklung.

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