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Monica: Friends Relationship Management

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Open Source Projekt für eine überaus persönliche xRM-Anwendung | Von Johannes Britsch

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Großes Interesse und Zuspruch findet derzeit ein Projekt des kanadischen Entwicklers Régis Freyd: Er hat eine Anwendung entwickelt, mit der man seine Beziehungen zu Freunden und Familienmitgliedern managen kann. Die Lösung ist als Open Source verfügbar – wir haben sie uns genauer angeschaut.

Zielgruppe “Busy People” 

Wie Freyd auf seiner Webseite durchaus korrekt darstellt, hat Monica eine spezielle Zielgruppe: Leute, die viel Zeit auf der Arbeit verbringen, mit der Familie beschäftigt sind – und deshalb oft Termine in ihrem sozialen Umfeld vergessen, z.B. Geburtstage von Freunden. Gleichzeitig ist es somit auch eher für Menschen gedacht, die eben kein ausgeprägtes Sozialleben haben. Sie sollen durch die Lösung unterstützt werden. Anders als Facebook ist Monica kein Social Network, d.h. die Daten verbleiben rein beim Nutzer und werden nicht öffentlich dargestellt. Im Endeffekt ist die Anwendung also so etwas wie ein interaktives Notizbuch. Oder wie Freyd es nennt: ein “Social Memory”.

Features der Lösung

Zunächst einmal: Monica hat ein sehr schön aufgeräumtes User Interface. Die Webanwendung ist responsive und kann auch gut mit dem Smartphone bedient werden. Man findet sich schnell zurecht, Dateneingabe gehen einfach von der Hand und die Lösung reagiert sehr flüssig und ohne Ladezeiten.

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Der Funktionsumfang ist (noch) nicht allzu groß, sondern fokussiert sich eher auf die folgenden Hauptfunktionen: Dashboard, People und Journal. Im Bereich People kann man ein Verzeichnis mit seinen Kontakten erstellen und Informationen über die Personen integrieren. Neben Standarddaten (Geburtstage, Adresse, Telefonnummer etc.) können dies auch Essensvorlieben, gemeinsame Aktivitäten, Erinnerungen, Tasks, Geschenke oder Schulden sein. Das Dashboard aggregiert diese Daten und zeigt sie im Überblick an. Erinnerungen können dann via E-Mail an den Nutzer geschickt werden. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, ein Tagebuch (Journal) zu führen – diese Funktion scheint aber etwas losgelöst vom Rest zu sein.

Diskussion über Monica

Es scheint durchaus einen Markt für solche spezialisierten xRM-Lösungen zu geben. Auf der bekannten Web-Community Hackernews hielt sich die Produktvorstellung ein Tag lang auf vorderster Stelle und die User diskutierten fleißig über die Lösung. Grundtenor: “Etwas wie Monica habe ich schon lange gesucht.” Interessant ist ferner, dass Leute sogar direkt nach einer kostenpflichtigen PRO-Version gefragt haben, die z.B. weitere Funktionen beinhalten könnte.

Klar kann man darüber diskutieren, ob das private Umfeld auch mit IT-Lösungen “gemanagt” werden soll/muss. Dennoch scheinen dies viele Leute eh schon über Excel-Tabellen oder ähnliches zu tun. Außerdem können reale “soziale Problemstellungen” mit solchen Anwendungen gelöst werden: Welches Geschenk ist angemessen (mögliche Monetarisierung: Produktvorschläge)? Wer hat was von mir geliehen? Bei wem sollte ich mich einmal wieder melden? Auch über den Use-Case “Management einer Scheidungfamilie” wurde online bereits diskutiert – bisher gibt es dafür noch kaum passende Lösungen am Markt.

 

Autor: Johannes Britsch

Johannes Britsch ist Doktorand an der Uni Mannheim. Seine Interessen umfassen xRM, Managementkonzepte, KMU sowie Entrepreneurship. Er ist "Erbauer" dieses Blogs und schreibt manchmal in der dritten Person von sich.

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